Montag, 27. September 2010

Nicht mehr lang

Als ich letzte Woche mal in meinen Plan für die Orientierungsphase geschaut habe, um ausfindig zu machen, in welchem Projekt ich die kommende Woche verbringen darf, las ich „CCJDP“!
Alles klar!
Nach einem Gespräch mit Patrick war ich schlauer. Hinter dieser Abkürzung verbirgt sich Caritas Ndola!
Tobi und ich durften eine Woche die Mitarbeiter vom „woman development department“ und „paralegal department“ begleiten und ausquetschen!
Am ersten Tag hat uns eine Mitarbeiterin einen guten Einblick in ihre Arbeit verschafft.
Es handelt sich vor allem um die Handhabung von körperlichem, mentalen und sexuellen Missbrauch an Frauen und Kindern (gender based violence).
Sie hat uns Geschichten von Offizieren erzählt,die ihre eignen Kinder vergewaltigen, Männern, die ihre Frauen mit Säure entstellen, Vätern, die ihre Kinder schwer körperlich verletzen.
An Bildmaterial hat es auch nicht gemangelt...
Das war der theoretische Teil, der praktische folgte gegen Mittag.
Wir haben eine Frau aufgesucht, die zur Zeit am Rande eines Friedhofs campiert.
Sie schläft in einem Chitenge eingehüllt, trinkt aus Flaschen mit undefinierbarem Inhalt und kocht auf einer kleinen Feuerstelle!
Die junge Frau hat herausgefunden, dass ihr Mann neben ihrer noch eine zweite Familie hat. Sie ist ausgezogen! Verständlich!
Nun wird geschaut, wie es mit ihr weiter gehen soll!

Den Rest der Woche habe ich alleine bei Caritas verbracht, da der arme Tobias unfreiwillig die erste Malariarunde eröffnet hat!Chabipa!
Nach einem gemütlichen, gesprächsintensiven Dienstag kam der highlightige Mittwoch!
Einmal im Monat nehmen die Damen mit dem örtlichen Radiosender eine Sendung auf.
Thema diesen Monats war „Drogenmissbrauch“. Und da ich ja schon mal da war, durfte ich Fragen bzgl. der Maßnahmen gegen Drogenmissbrauch, der Therapiemöglichkeiten und dem „Ansehen“ von Abhängigen in Deutschland beantworten.
Ich hab mein möglichstes gegeben, durfte die Antworten zum Glück vorbereiten.

Am Donnerstag ging es dann direkt weiter mit Action und zwar bei der „Post of Zambia“!
Einige Mitarbeiter ( Peer- Educator..muss man nicht verstehen) haben eine kleine Schulung zum Thema Selbstbewusstsein erhalten, es ging aber mehr um Aids und als was dazugehört.
Alles ein bisschen verwirrend! Es war aber echt interessant, denn das Letzte was die Damen waren, war verklemmt!
Am letzten Tag hat mir ein Herr vom „paralegal department“ das sambische Rechtssystem erklärt und deutlich gemacht, dass arme Menschen quasi gegen kein Unrecht juristisch vorgehen können.Anwälte sind verdammt teuer, die Polizei ist uninteressiert und andere staatliche Einrichtungen nicht vertrauenswürdig und oder korrupt!
Nach der Einführung habe ich bei der offenen Sprechstunde zugesehen!
Es kamen hauptsächlich Leute, denen fristlos und grundlos gekündigt wurde, die kein Gehalt erhalten haben oder denen Unterhalt für ihre Kinder vorenthalten wird.
Und zack, da war die sehr informative und interessante Woche auch schon wieder um!Auch hier waren die Mitarbeiter wieder super nett und ich hab sowas wie ne Gastgroßmutter gefunden!=)

Nachdem ich letztes Mal so mit den Mukuba Awards geprahlt habe, ist es mir jetzt fast ein wenig unangenehm davon zu berichten ;P!
Zunächst..meine Schwester hat doch nicht gesungen...das Team musste spontan tanzen (haben sie 5 Tage vorher erfahren)! Es war auch recht am Anfang an der Reihe, allerdings war es trotzdem schon recht spät, da die Show erstmal 2h später angefangen hat!
Weitere Tanzacts und Akrobatikeinlagen waren auch echt imposant, aber als dann auf einmal Franziskaner Schwestern die Bühne gestürmt haben und nach einer soften Einlage auf Latein richtig abgefetzt sind, dachte ich im falschen Film zu sein!
Zudem war es verdammt kalt und das Team meiner Schwester ist leer ausgegangen.
Was echt schade ist, da die Awards verdammt gut aussehen sollen!
Zum Trost - eigentlich auf Grund meines letzten Wochenendes bei family Chanda - gab es dann am Samstag hausgemachte, deutsche Kartoffelpuffer!
Ansonsten war ich bei den Ösis Popcorn essen, mit einheimischen Freunden spazieren,was trinken und mich von meiner Small Christian Community verabschieden! =(
Am Sonntag hat mich auf dem Gelände der Cathedral eine ältere Dame angebttelt.
Klar auf der Straße passiert das schon mal..aber hier?
Ich war überfordert. Selbst wenn ich Geld dabei gehabt hätte, hätte ich ihr wohl keines gegeben.
Man weiß nie was sie damit machen...am besten ist es, Lebensmittel zu kaufen!
Erinnert ihr euch noch an den Straßenjungen, dem ich vor ein paar Wochen Wasser gekauft habe?
Dana hat letzte Woche das gleiche getan.
Als sie ihm die Flasche gab, schaute er sie vorwurfsvoll an und seufzte undankbar „ amenshi?“ (Wasser).
Natürlich hätte er lieber Geld bekommen, um sich was zum Schnüffeln zu kaufen...

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