...und berichtet von ihrem Freiwilligendienst 2010/11 im Bistum Ndola,Sambia
Freitag, 28. Januar 2011
Dienstag, 25. Januar 2011
Drama abana Drama
Und die Vergangenheit holt einen immer wieder ein. Das letzte Wochenende verbrachte ich seit Längerem mal wieder in Ndola. Als ich am Samstag Abend mit einem der österreichischen Freiwilligen an der Theke unserer Stammbar anstand, wurde wir nach unserer Herkunft gefragt. Ich antwortete wahrheitsgetreu „ Germany and Austria“. Mein Freund wandelte das „Austria“ ganz rasch und routinemäßig in ein „Australia“. Warum ? Das wurde mir klar, als der Einheimische neben mir seinen rechten Arm himmelwärts richtete. Solche Anspielungen scheinen den Jungs so oft unter zukommen, dass sie jetzt schon ihre Herkunft verleugnen müssen.
Die meisten Menschen meinen das gar nicht böse, da Hitler hier nicht gerade unbeliebt ist, aber für uns ist das natürlich unangenehm.
Sobald man Hitler ins negative Licht rückt, muss man erklären, was so schlecht an ihm war.
Allerhand Erklärungen bezüglich ihrer Herkunft gab auch ein kleines 5jähriges Mädchen von sich, als sie am Dienstag mit einer nur Bemba sprechenden Frau zum Heim kam.
Das Social Welfare hat sie geschickt, damit sie hier aufgenommen wird. Die Begleitung des Kindes konnte keine der Fragen beantworten, deshalb tat dies die Kleine. Mama ist tot. Papa ist tot. Dann war sie bei ihrer Tante. Die hat ihr irgendwann nicht mehr genug Essen gegeben.Sie hat aufgehört ihr ihre Medikamente zu geben. Dann ist sie weggelaufen. Bei denen wollte sie nicht mehr bleiben. Sie ist von Chingola nach Kitwe gelaufen, was eine Strecke von über 60km ist.
Sie ist fünf. Sie ist total unterernährt. Ihr Unterarm ist so dick wie 2 meiner Finger, kein Scherz. Alles an ihr ist dünn, instabil und ungesund. Ihr Bauch ist dick, so wie man es eben aus dem Fernsehen kennt. Die Zähne sind vergilbt.
Aber sie ist stark, sie redet und lacht. Ihr Name ist Hope...
Wenn man sie anschaut, sieht man in ihren Augen, was sie schon durchgemacht hat. Und auf eine seltsame Art und Weise fühlt man sich jünger und ihr unterlegen.
Als die anderen Kinder mit dem neuen Kriechtunnel gespielt haben, saß sie daneben und sah zu. Sie lächelte. Nicht wie ein kleines Mädchen, dass sich mit ihren Freunden freut, sondern wie eine ältere Dame, welche den kleinen Dummerchen beim Spielen zu sieht.
Jetzt ist sie schon fast eine Woche da und hat sich noch nicht richtig integriert. Die meisten Martinskinder kamen ins Heim, als sie noch ganz klein waren. Sie kennen nichts anderes, sie kommen klar. Für Hope ist das alles noch ein wenig neu. Es ist ihr zu laut und dass die anderen sie schlagen, so wie sie jeden mal schlagen, schockt sie auch noch ein wenig.
Dennoch hat sie ihr individuelles Lächeln behalten und versucht sich anzupassen.
Am gleichen Tag wurde noch ein 2. Kind neu aufgenommen, ein 1jähriger Vollwaise.
Und dann kam irgendwann wieder ein Wochenende.
Wochenenden spielen sich hier recht gleich ab, diesen Samstag habe ich allerdings einen Freund zum Rudertraining an einem großen See außerhalb der Stadt begleitet, wo es Krokodile gibt.
Vom Ufer aus hat man nichts gesehen und auch eine Tour mit dem Rettungsmotorboot hat nichts gebracht. Nächstes Mal...
Das Plätzchen Erde war aber ansonsten ziemlich schön und ruhig. Am einen Ende des Sees trifft man auf sportliche Studenten in ihren roten Trickots, welche moderne Sportruderboote fahren und ein großes Vereinshaus haben. Am anderen Ende sieht man Einheimische mit Lendenschurz, welche mit einem aus Schilfrohren zusammengeschusterten Boot durch die Gegend schippern und angeln.
Vom Training aus ging es direkt zur Chorprobe, nach welcher wir erzählt bekamen, dass ein Mitglied schwer krank im Krankenhaus liegt. Es ist dasselbe Mitglied, welches wir letztens zu Hause besucht haben und am kommenden Tag im Krankenhaus aufgesucht haben.
Ich weiß nicht, ob es richtig ist davon zu berichten...aber ich tus mal.
Das Mitglied ist schon seit langem kränklich, es wird aber schlimmer:
kann kaum atmen, ist extrem abgemagert, isst kaum, Augen lassen sich nur halb öffnen, sprechen ist nur mit Mühe möglich.
Jeder, der nicht völlig naiv und unaufgeklärt ist, weiß was das bedeutet...
Trotzdem sagen Alle nur, dass das M. „schwer krank ist“ und wir beten müssen, dass es bald wieder entlassen wird..
Der Chor wurde jetzt in Besuchsgruppen eingeteilt, damit das Mitglied jeden Tag von unserer Seite Besuch bekommt und sich nicht alleine fühlt..
Die meisten Menschen meinen das gar nicht böse, da Hitler hier nicht gerade unbeliebt ist, aber für uns ist das natürlich unangenehm.
Sobald man Hitler ins negative Licht rückt, muss man erklären, was so schlecht an ihm war.
Allerhand Erklärungen bezüglich ihrer Herkunft gab auch ein kleines 5jähriges Mädchen von sich, als sie am Dienstag mit einer nur Bemba sprechenden Frau zum Heim kam.
Das Social Welfare hat sie geschickt, damit sie hier aufgenommen wird. Die Begleitung des Kindes konnte keine der Fragen beantworten, deshalb tat dies die Kleine. Mama ist tot. Papa ist tot. Dann war sie bei ihrer Tante. Die hat ihr irgendwann nicht mehr genug Essen gegeben.Sie hat aufgehört ihr ihre Medikamente zu geben. Dann ist sie weggelaufen. Bei denen wollte sie nicht mehr bleiben. Sie ist von Chingola nach Kitwe gelaufen, was eine Strecke von über 60km ist.
Sie ist fünf. Sie ist total unterernährt. Ihr Unterarm ist so dick wie 2 meiner Finger, kein Scherz. Alles an ihr ist dünn, instabil und ungesund. Ihr Bauch ist dick, so wie man es eben aus dem Fernsehen kennt. Die Zähne sind vergilbt.
Aber sie ist stark, sie redet und lacht. Ihr Name ist Hope...
Wenn man sie anschaut, sieht man in ihren Augen, was sie schon durchgemacht hat. Und auf eine seltsame Art und Weise fühlt man sich jünger und ihr unterlegen.
Als die anderen Kinder mit dem neuen Kriechtunnel gespielt haben, saß sie daneben und sah zu. Sie lächelte. Nicht wie ein kleines Mädchen, dass sich mit ihren Freunden freut, sondern wie eine ältere Dame, welche den kleinen Dummerchen beim Spielen zu sieht.
Jetzt ist sie schon fast eine Woche da und hat sich noch nicht richtig integriert. Die meisten Martinskinder kamen ins Heim, als sie noch ganz klein waren. Sie kennen nichts anderes, sie kommen klar. Für Hope ist das alles noch ein wenig neu. Es ist ihr zu laut und dass die anderen sie schlagen, so wie sie jeden mal schlagen, schockt sie auch noch ein wenig.
Dennoch hat sie ihr individuelles Lächeln behalten und versucht sich anzupassen.
Am gleichen Tag wurde noch ein 2. Kind neu aufgenommen, ein 1jähriger Vollwaise.
Und dann kam irgendwann wieder ein Wochenende.
Wochenenden spielen sich hier recht gleich ab, diesen Samstag habe ich allerdings einen Freund zum Rudertraining an einem großen See außerhalb der Stadt begleitet, wo es Krokodile gibt.
Vom Ufer aus hat man nichts gesehen und auch eine Tour mit dem Rettungsmotorboot hat nichts gebracht. Nächstes Mal...
Das Plätzchen Erde war aber ansonsten ziemlich schön und ruhig. Am einen Ende des Sees trifft man auf sportliche Studenten in ihren roten Trickots, welche moderne Sportruderboote fahren und ein großes Vereinshaus haben. Am anderen Ende sieht man Einheimische mit Lendenschurz, welche mit einem aus Schilfrohren zusammengeschusterten Boot durch die Gegend schippern und angeln.
Vom Training aus ging es direkt zur Chorprobe, nach welcher wir erzählt bekamen, dass ein Mitglied schwer krank im Krankenhaus liegt. Es ist dasselbe Mitglied, welches wir letztens zu Hause besucht haben und am kommenden Tag im Krankenhaus aufgesucht haben.
Ich weiß nicht, ob es richtig ist davon zu berichten...aber ich tus mal.
Das Mitglied ist schon seit langem kränklich, es wird aber schlimmer:
kann kaum atmen, ist extrem abgemagert, isst kaum, Augen lassen sich nur halb öffnen, sprechen ist nur mit Mühe möglich.
Jeder, der nicht völlig naiv und unaufgeklärt ist, weiß was das bedeutet...
Trotzdem sagen Alle nur, dass das M. „schwer krank ist“ und wir beten müssen, dass es bald wieder entlassen wird..
Der Chor wurde jetzt in Besuchsgruppen eingeteilt, damit das Mitglied jeden Tag von unserer Seite Besuch bekommt und sich nicht alleine fühlt..
Donnerstag, 13. Januar 2011
Familientausch, Schulanfang & Krankenbesuche
3 Monate Aufenthalt in Kitwe sind rum, jetzt wird Familie getauscht.
Die neue Familie darf mich auch wieder an die 2/3 Monate ertragen, dann geht es wieder zurück nach Ndola.
Ich lebe jetzt nur noch ca. 5 Minuten vom Heim entfernt, was äußerst praktisch ist.
Die gut gemachte Zeit am Morgen könnte ich nun dafür nutzen, um Lozi zu lernen.
Ein Großteil der neuen Family stammt nämlich nicht von den Bemba ab, sondern von den Lozi. Meine 80jährige Gastuhroma Kuku ( das ist Lozi und bedeutet Oma) spricht nämlich leider weder Bemba noch Englisch, was ungeheuer schade ist, da sie ziemlich lustig und redselig ist.
Ihre Späße lassen sich leider nicht gut mit Zeichensprache darstellen, daher brauche ich immer einen Übersetzter.
Am besten hierfür geeignet sind meine 4- und 13-jährigen Gastschwestern, welche nach dem Tod ihrer Mutter von meiner Gastmutter aufgenommen wurden, der 24-jährige Gastbruder, meine Gastmutter, die allerdings auf Grund von Arbeit und kirchlichem Ehrenamt viel unterwegs ist, oder die 22-jährigen Haushaltshilfe.
Wie in der alten Familie sind alle sehr gastfreundlich und nett, diesmal hocken wir aber alle etwas dichter beisammen.
Ich teile ein Zimmer mit Kuku und ein Bett mit dem Haushaltsmädchen.
Das ist halt so in Sambia. Man kann in ein Haus einziehen, welches für jedes Familienmitglied ein Zimmer hat. Aber im Laufe der Zeit muss man immer irgendwelche Familienangehörigen aufnehmen und somit wird alles enger.
Das Leben mit 3/4 Generationen, die 4 unterschiedliche Sprachen sprechen, ist auf jeden Fall eine interessante Erfahrung.
Es ist immer was los.
Los war letzte Woche auch viel im Heim.
Jeden Tag kamen allerhand Leute an, um das Schulgeld für ihre „Kinder“ abzuholen.
Sister L. Mag vielleicht zu Zeit nur 20 Kinder im Heim versorgen, kümmert sich aber weiterhin noch um alle Ehemaligen.
Für alle Kids, die nach dem Heimaufenthalt zu Adoptiveltern oder Verwandten ziehen, sucht sie Paten in Italien, die sie während ihrer Schullaufbahn finanziell unterstützen.
Wenn alle Berechnungen stimmen, sind das zur Zeit rund 160 Kinder!!!
Diese Woche fing dann in der Vorschule wieder der Unterricht an.
Zu unseren 4 Martinsschulkindern stießen dieses Jahr noch 5 weiter dazu.
Sister Livia bat mich an den ersten Tagen die Schwestern zu unterstützen, da es viel Schreierei geben würde.
Und das gab es, aber hallo.
80 Kinder zwischen 2 und 5 Jahren, welche teilweise ihren ersten Schultag hatten und einfach nicht ohne Mami und Papi sein wollten.
Als ich das große Klassenzimmer betrat, in dem sich zu Anfangs ALLE Kinder aufhielten, stieß ich zu erst auf laut schreiende, umherlaufende Zwerge. Weiter hinten saßen ruhigere Kinder, die verschüchtert aus der Uniform schauten.
Und ganz hinten in der Ecke saßen lächelnd und winkend die Martinskinder alle auf einem Haufen.
Sie kannten sich hier ja bestens aus, nichts bis auf die Kindermassen war ungewohnt und sie hatten ja leider auch keine Eltern zu verabschieden....
Dank der Unsicherheit, dem Alter, dem Lärm und der riesigen Kinderanzahl wurden am ersten Tag neben dem Singen von 2 Liedern, einem Toilettenaufenthalt und einer Frühstückspause nur ein Apfel auf einem Papierbogen ausgemalt.
Im Laufe der Woche wurde die morgendliche Schreiperiode kürzer, das Zuordnen der Rucksäcke zum Ausgeben der Lunchboxen schneller und es wurde etwas mehr „geschafft“.
Eine der 3jährigen lebt zu weit weg auf einer Farm, als dass sie jeden Tag hierher gebracht werden könnte.
Sie lebt jetzt die Woche über im Heim.
Neben diesem einen landkind haben wir meiner Meinung nach nur Stadtkinder. Und das merkt man.
Die 3jährige hat einen gesegneten Appetit und zieht sich einfach mal während dem Unterricht die Schuhe aus und läuft barfuß umher.
Oh und bei dem morgendlichen Singen und in Reihenaufstellen ( zum Beten & Nationalhymne singen) hat sie sich einfach mal vor Augen aller in den Vorgarten gesetzt und wollte ein großes Geschäft machen.
Wenn ihr auch keiner zeigt, wo die Toilette ist....
Dienstags nach der Chorprobe hat man ein paar Leute auf die Ladefläche eines Pick- ups geladen, was für mich immer noch ein kleines Abenteuer ist, um ein krankes Chormitglied zu besuchen.
Das ist hier so Sitte. Wenn jemand krank ist, besucht man ihn..auch wenn es spontan und nur für 5 Minuten ist.
Dann wird ein wenig geredet und wie in diesem Falle miteinander gebetet.
Die neue Familie darf mich auch wieder an die 2/3 Monate ertragen, dann geht es wieder zurück nach Ndola.
Ich lebe jetzt nur noch ca. 5 Minuten vom Heim entfernt, was äußerst praktisch ist.
Die gut gemachte Zeit am Morgen könnte ich nun dafür nutzen, um Lozi zu lernen.
Ein Großteil der neuen Family stammt nämlich nicht von den Bemba ab, sondern von den Lozi. Meine 80jährige Gastuhroma Kuku ( das ist Lozi und bedeutet Oma) spricht nämlich leider weder Bemba noch Englisch, was ungeheuer schade ist, da sie ziemlich lustig und redselig ist.
Ihre Späße lassen sich leider nicht gut mit Zeichensprache darstellen, daher brauche ich immer einen Übersetzter.
Am besten hierfür geeignet sind meine 4- und 13-jährigen Gastschwestern, welche nach dem Tod ihrer Mutter von meiner Gastmutter aufgenommen wurden, der 24-jährige Gastbruder, meine Gastmutter, die allerdings auf Grund von Arbeit und kirchlichem Ehrenamt viel unterwegs ist, oder die 22-jährigen Haushaltshilfe.
Wie in der alten Familie sind alle sehr gastfreundlich und nett, diesmal hocken wir aber alle etwas dichter beisammen.
Ich teile ein Zimmer mit Kuku und ein Bett mit dem Haushaltsmädchen.
Das ist halt so in Sambia. Man kann in ein Haus einziehen, welches für jedes Familienmitglied ein Zimmer hat. Aber im Laufe der Zeit muss man immer irgendwelche Familienangehörigen aufnehmen und somit wird alles enger.
Das Leben mit 3/4 Generationen, die 4 unterschiedliche Sprachen sprechen, ist auf jeden Fall eine interessante Erfahrung.
Es ist immer was los.
Los war letzte Woche auch viel im Heim.
Jeden Tag kamen allerhand Leute an, um das Schulgeld für ihre „Kinder“ abzuholen.
Sister L. Mag vielleicht zu Zeit nur 20 Kinder im Heim versorgen, kümmert sich aber weiterhin noch um alle Ehemaligen.
Für alle Kids, die nach dem Heimaufenthalt zu Adoptiveltern oder Verwandten ziehen, sucht sie Paten in Italien, die sie während ihrer Schullaufbahn finanziell unterstützen.
Wenn alle Berechnungen stimmen, sind das zur Zeit rund 160 Kinder!!!
Diese Woche fing dann in der Vorschule wieder der Unterricht an.
Zu unseren 4 Martinsschulkindern stießen dieses Jahr noch 5 weiter dazu.
Sister Livia bat mich an den ersten Tagen die Schwestern zu unterstützen, da es viel Schreierei geben würde.
Und das gab es, aber hallo.
80 Kinder zwischen 2 und 5 Jahren, welche teilweise ihren ersten Schultag hatten und einfach nicht ohne Mami und Papi sein wollten.
Als ich das große Klassenzimmer betrat, in dem sich zu Anfangs ALLE Kinder aufhielten, stieß ich zu erst auf laut schreiende, umherlaufende Zwerge. Weiter hinten saßen ruhigere Kinder, die verschüchtert aus der Uniform schauten.
Und ganz hinten in der Ecke saßen lächelnd und winkend die Martinskinder alle auf einem Haufen.
Sie kannten sich hier ja bestens aus, nichts bis auf die Kindermassen war ungewohnt und sie hatten ja leider auch keine Eltern zu verabschieden....
Dank der Unsicherheit, dem Alter, dem Lärm und der riesigen Kinderanzahl wurden am ersten Tag neben dem Singen von 2 Liedern, einem Toilettenaufenthalt und einer Frühstückspause nur ein Apfel auf einem Papierbogen ausgemalt.
Im Laufe der Woche wurde die morgendliche Schreiperiode kürzer, das Zuordnen der Rucksäcke zum Ausgeben der Lunchboxen schneller und es wurde etwas mehr „geschafft“.
Eine der 3jährigen lebt zu weit weg auf einer Farm, als dass sie jeden Tag hierher gebracht werden könnte.
Sie lebt jetzt die Woche über im Heim.
Neben diesem einen landkind haben wir meiner Meinung nach nur Stadtkinder. Und das merkt man.
Die 3jährige hat einen gesegneten Appetit und zieht sich einfach mal während dem Unterricht die Schuhe aus und läuft barfuß umher.
Oh und bei dem morgendlichen Singen und in Reihenaufstellen ( zum Beten & Nationalhymne singen) hat sie sich einfach mal vor Augen aller in den Vorgarten gesetzt und wollte ein großes Geschäft machen.
Wenn ihr auch keiner zeigt, wo die Toilette ist....
Dienstags nach der Chorprobe hat man ein paar Leute auf die Ladefläche eines Pick- ups geladen, was für mich immer noch ein kleines Abenteuer ist, um ein krankes Chormitglied zu besuchen.
Das ist hier so Sitte. Wenn jemand krank ist, besucht man ihn..auch wenn es spontan und nur für 5 Minuten ist.
Dann wird ein wenig geredet und wie in diesem Falle miteinander gebetet.
Freitag, 7. Januar 2011
Über Silvester, Enttäuschungungen und nervife Autofahrer
Am 2. Weihnachtsfeiertag bin ich schon mal im St. Martins vorbei geschneit (hahaha), um allen frohe Weihnachten zu wünschen und die Zwerge zu sehen.
Ja 10 Tage können schon eine verdammt lange Zeit sein!!
Glücklicherweise geht es allen gut und sie waren für Weihnachten schön heraus geputzt!
Montags begann dann wieder der Arbeitsalltag, mehr oder weniger.
Die 3 Schwestern sind gerade auf Jahres- ( 3 Wochen ) oder Malawiurlaub, Sister L. und ich bleiben mit den Tanten, Gärtnern, den Zwergen und einigen älteren, ehemaligen Heimkindern zurück.
Wenn Sister L. irgendwo aus irgendeinem Anlass unterwegs ist, bin ich „sister in charge“ und habe die Verantwortung für alles.
Das war natürlich erstmal seltsam, da ich die Jüngste und Neuste im Verein bin.
Wenn immer die Schwestern früher schon allesamt das Haus verlassen hatten, wurde der Bereich der Schwestern abgeschlossen und mir wurden die Schlüssel ausgehändigt.
Ich habe gefragt warum. Die Tanten klauen, hieß es.
Das konnte ich mir nicht vorstellen. Das Verhältnis zwischen Schwestern und Tanten ist objektiv betrachtet recht harmonisch. Klar werden sie öfter mal von Sister L.angeschrien, aber das liegt am ital. Blut und den Kommunikationsschwierigkeiten. Dennoch hat man viel Spaß zusammen und ich habe sie alle recht gern. Nachdem mir Sister L. die Woche dann aber die aktuellste Klaugeschichte erzählt hat, musste ich ihr wohl glauben und teilte ihre Enttäuschung.
Im Monat Dezember haben alle Arbeiter das dreifache Gehalt auf Grund von Weihnachten und Auslaufen der 2- Jahresverträge erhalten. Und was ist der Dank? Sie tun sich alle zusammen und stehlen Klamotten und Decken, welche Spenden fürs Heim waren.
Blöd für sie, dass die Nachbarn sie beim Wegtragen der Sachen gesehen haben.
Sicher wollten sie keinem was Böses, es gibt allerhand Klamotten im Heim und sie haben zu hause eine Familie, welche sie ernähren und umsorgen müssen. Teilweise gibt es in ihren Häusern nicht mal Strom...
Für mich ist es aber trotzdem verdammt schwer ihr Handeln nachzuvollziehen.
Sie arbeiten hier seit Jahren!Wenn sie Probleme haben, werden sie unterstützt! Wenn Nahrungsmittel und Klamotten übrig sind, dürfen sie sie mitnehmen.
Und jetzt fangen im neuen Jahr neue Arbeitskräfte an, welche keinerlei Bindung zu den Kindern haben...das wird viel Anstrengung und Essensverweigerung mit sich bringen!!
Trotz der großen Enttäuschung gab es am letzten Tag gutes Essen und Musik, um den Abschied wenigstens ein wenig zu feiern.
Das war Freitag Mittag. Freitag Abend gab es bei uns zu Hause eine kleine Silvester/ Geburtstagsparty ( Gastvater)!
Es wurde also wieder gegrillt, als Beilage gab es unter Anderem Kartoffel- und Nudelsalat (hallo Deutschland???)!!
Bis 12 Uhr wurde zu Musik aus Sambia, dem Kongo ( Rumba) und dem Westen getanzt.
Um 12 Uhr wurden dann ein paar Feuerwerkskörper in den Himmel geschossen, um das Jahr 2011 zu begrüßen. Alles also sehr bekannt und vertraut!
Was mir weniger aus Deutschland bekannt ist, war ein gewöhnungsbedürftiges Zusammentreffen mit einem halb betrunkenen Autofahrer am Mittwoch morgen.
Ich bin vor der Arbeit laufen gegangen und war schon auf dem Rückweg, als ein Kerl 20 Meter vor mir mit seinem Auto auf dem „Gehweg“ hielt. Er stieg aus, zeigte mit seinem Regenschirm auf mich und rief „ DU! Ich will mit dir reden! Wenn du nicht mit mir redest und anhältst... ( hab ihn nicht versanden)“. Ich habe ihn ignoriert und bin an ihm vorbei gelaufen. Fertig.
Denkste. Er hat mich dann mit seiner Karre verfolgt. Ich hatte keine Angst, da auf der Straße morgens mehr als genügend hilfsbereite Menschen unterwegs sind.
Außerdem sind Sambianer wie Hunde und Hunde, die bellen, beißen bekanntlich nicht.
Er tuckerte dann hinter mir her und meinte „ Das ist also deine Art Sport zu machen. Also ich, ich trinke früh morgens Castle ( neben Mosi und Heinecken( ohja das gibt’s hier) das beliebteste Bier)!“
Na toll.Ich versuchte ihn ab zu wimmeln und wechselte die Straßenseite. „ Du! Rede mit mir, ich will dich kennen lernen. Du bist süß und ich hab ein teures Auto. Komm her. Ich bin ein reicher, junger Mann. Ich habe Geld wie Wasser. Ich habe mehr Geld als dein Vater...“, kam es aus dem Auto.
Ich ignorierte ihn weiterhin, was ihm gar nicht gefiel.
„ Du! Schau mich wenigstens an, wenn ich mit dir rede.Ich bin ein reicher Nigger!
Du willst nicht mit mir reden? Du bist eine Rassistin!!!“
Sich selbst als Nigger bezeichnen und mich eine Rassistin nennen, also langsam reicht es.
Als ich ihn weiterhin -innerlich leicht kochend- ignorierte, versperrte er mir mit seiner Karre den Weg.
Ich wollte das Auto hintenherum passieren, da fing er an rückwärts zu fahren.
Ich schrie ihn an, ob er denn dumm wäre.
Da freute er sich, ich hatte ihm endlich mal geantwortet.
Ich lief stumm weiter, er fuhr mir noch weitere 5-10 Minuten hinterher und erzählte mir irgendwas. Ich hörte nicht mehr zu, merkt nicht mal wirklich, als er plötzlich die Verfolgung aufgab.
Vielleicht hat er es ja mit dem Herauslehnen aus dem Fahrerfenster ein wenig übertrieben und ist in ein mit Wasser gefülltes Riesenschlagloch gefallen.
Wie auch immer, ich habe ihn seitdem nicht wieder gesehen.
Glücklicherweise trifft man aber auch jeden Tag Menschen auf der Straße, die einem lächelnd einen Guten Morgen wünschen, weil sie wollen, dass man sich als Ausländer wohl fühlt.
Ja 10 Tage können schon eine verdammt lange Zeit sein!!
Glücklicherweise geht es allen gut und sie waren für Weihnachten schön heraus geputzt!
Montags begann dann wieder der Arbeitsalltag, mehr oder weniger.
Die 3 Schwestern sind gerade auf Jahres- ( 3 Wochen ) oder Malawiurlaub, Sister L. und ich bleiben mit den Tanten, Gärtnern, den Zwergen und einigen älteren, ehemaligen Heimkindern zurück.
Wenn Sister L. irgendwo aus irgendeinem Anlass unterwegs ist, bin ich „sister in charge“ und habe die Verantwortung für alles.
Das war natürlich erstmal seltsam, da ich die Jüngste und Neuste im Verein bin.
Wenn immer die Schwestern früher schon allesamt das Haus verlassen hatten, wurde der Bereich der Schwestern abgeschlossen und mir wurden die Schlüssel ausgehändigt.
Ich habe gefragt warum. Die Tanten klauen, hieß es.
Das konnte ich mir nicht vorstellen. Das Verhältnis zwischen Schwestern und Tanten ist objektiv betrachtet recht harmonisch. Klar werden sie öfter mal von Sister L.angeschrien, aber das liegt am ital. Blut und den Kommunikationsschwierigkeiten. Dennoch hat man viel Spaß zusammen und ich habe sie alle recht gern. Nachdem mir Sister L. die Woche dann aber die aktuellste Klaugeschichte erzählt hat, musste ich ihr wohl glauben und teilte ihre Enttäuschung.
Im Monat Dezember haben alle Arbeiter das dreifache Gehalt auf Grund von Weihnachten und Auslaufen der 2- Jahresverträge erhalten. Und was ist der Dank? Sie tun sich alle zusammen und stehlen Klamotten und Decken, welche Spenden fürs Heim waren.
Blöd für sie, dass die Nachbarn sie beim Wegtragen der Sachen gesehen haben.
Sicher wollten sie keinem was Böses, es gibt allerhand Klamotten im Heim und sie haben zu hause eine Familie, welche sie ernähren und umsorgen müssen. Teilweise gibt es in ihren Häusern nicht mal Strom...
Für mich ist es aber trotzdem verdammt schwer ihr Handeln nachzuvollziehen.
Sie arbeiten hier seit Jahren!Wenn sie Probleme haben, werden sie unterstützt! Wenn Nahrungsmittel und Klamotten übrig sind, dürfen sie sie mitnehmen.
Und jetzt fangen im neuen Jahr neue Arbeitskräfte an, welche keinerlei Bindung zu den Kindern haben...das wird viel Anstrengung und Essensverweigerung mit sich bringen!!
Trotz der großen Enttäuschung gab es am letzten Tag gutes Essen und Musik, um den Abschied wenigstens ein wenig zu feiern.
Das war Freitag Mittag. Freitag Abend gab es bei uns zu Hause eine kleine Silvester/ Geburtstagsparty ( Gastvater)!
Es wurde also wieder gegrillt, als Beilage gab es unter Anderem Kartoffel- und Nudelsalat (hallo Deutschland???)!!
Bis 12 Uhr wurde zu Musik aus Sambia, dem Kongo ( Rumba) und dem Westen getanzt.
Um 12 Uhr wurden dann ein paar Feuerwerkskörper in den Himmel geschossen, um das Jahr 2011 zu begrüßen. Alles also sehr bekannt und vertraut!
Was mir weniger aus Deutschland bekannt ist, war ein gewöhnungsbedürftiges Zusammentreffen mit einem halb betrunkenen Autofahrer am Mittwoch morgen.
Ich bin vor der Arbeit laufen gegangen und war schon auf dem Rückweg, als ein Kerl 20 Meter vor mir mit seinem Auto auf dem „Gehweg“ hielt. Er stieg aus, zeigte mit seinem Regenschirm auf mich und rief „ DU! Ich will mit dir reden! Wenn du nicht mit mir redest und anhältst... ( hab ihn nicht versanden)“. Ich habe ihn ignoriert und bin an ihm vorbei gelaufen. Fertig.
Denkste. Er hat mich dann mit seiner Karre verfolgt. Ich hatte keine Angst, da auf der Straße morgens mehr als genügend hilfsbereite Menschen unterwegs sind.
Außerdem sind Sambianer wie Hunde und Hunde, die bellen, beißen bekanntlich nicht.
Er tuckerte dann hinter mir her und meinte „ Das ist also deine Art Sport zu machen. Also ich, ich trinke früh morgens Castle ( neben Mosi und Heinecken( ohja das gibt’s hier) das beliebteste Bier)!“
Na toll.Ich versuchte ihn ab zu wimmeln und wechselte die Straßenseite. „ Du! Rede mit mir, ich will dich kennen lernen. Du bist süß und ich hab ein teures Auto. Komm her. Ich bin ein reicher, junger Mann. Ich habe Geld wie Wasser. Ich habe mehr Geld als dein Vater...“, kam es aus dem Auto.
Ich ignorierte ihn weiterhin, was ihm gar nicht gefiel.
„ Du! Schau mich wenigstens an, wenn ich mit dir rede.Ich bin ein reicher Nigger!
Du willst nicht mit mir reden? Du bist eine Rassistin!!!“
Sich selbst als Nigger bezeichnen und mich eine Rassistin nennen, also langsam reicht es.
Als ich ihn weiterhin -innerlich leicht kochend- ignorierte, versperrte er mir mit seiner Karre den Weg.
Ich wollte das Auto hintenherum passieren, da fing er an rückwärts zu fahren.
Ich schrie ihn an, ob er denn dumm wäre.
Da freute er sich, ich hatte ihm endlich mal geantwortet.
Ich lief stumm weiter, er fuhr mir noch weitere 5-10 Minuten hinterher und erzählte mir irgendwas. Ich hörte nicht mehr zu, merkt nicht mal wirklich, als er plötzlich die Verfolgung aufgab.
Vielleicht hat er es ja mit dem Herauslehnen aus dem Fahrerfenster ein wenig übertrieben und ist in ein mit Wasser gefülltes Riesenschlagloch gefallen.
Wie auch immer, ich habe ihn seitdem nicht wieder gesehen.
Glücklicherweise trifft man aber auch jeden Tag Menschen auf der Straße, die einem lächelnd einen Guten Morgen wünschen, weil sie wollen, dass man sich als Ausländer wohl fühlt.
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