Dienstag, 29. März 2011

shalenipo Kitwe

Die letzte 2 Arbeitswochen im St. Martins waren noch einmal recht abwechslungsreich.

In meiner Abwesenheit gab es einen regelrechten Spendenboom.

Mehr Stifte, Musikinstrumente, Knete, Scheren und Unmengen von Spielsachen für draußen standen uns und den Kindern jetzt zur Verfügung.

Nach dem Anziehen und Füttern verbrachten Virginia und ich nun täglich etwas Zeit mit den Kindern in dem neuen Speise/ Spielzimmer, damit sie etwas „lernen“.

Danach ging es mit den Spielsachen und den Babies nach draußen zum herumtoben und spielen.

In der letzten Woche mussten ich ohne Virginia, welche für eine andere Mission arbeitete, und Sister L., welche für eine Op nach Italien flog, sein.

Da sich das Ende der Schulterm ankündigte, standen in den Klassen der Vorschule „Examen“ an.

Da dies ein sehr langwieriges und anstrengendes Unterfangen ist, unterstütze ich Sister G. zeitweise in der Baby class. Ich hatte diesen Job eindeutig unterschätzt.

Diese Kinder machen ihren Mund einfach nicht auf und wenn sie ihn dann mal öffnen, muss man verdammt gut im Lippenlesen oder Mund-an-Ohr-pressen sein.

Nicht einmal der eigene Name fällt ihnen teilweise ein.

Unsere Martinskinder waren da auch nicht besser, aber amüsanter :

„Chanda, was ist dein Name?“ „ Chanda“ „ Chanda wer ?“ „ Chanda boy“ . Ok. Alles klar!

„ Und was ist dein Name?“ „ dein Name“ „ Mein Name?“ „ mein Name“....

In den Englischexamen ging es hauptsächlich um die ersten paar Buchstaben aus dem Alphabet, den Alphabetsong und ums Objekte ausmalen.

Den Alphabetsong bekamen alle in Lautstärke 0,5 hin. „A for apple“ ging auch noch.

Aber spätestens beim Buchstabenerkennen war es dann vorbei.

In Mathe drehte sich alles um die Zahlen 1- 5/10.

Zählen können alle auf ihre eigene Art und Weise, bei 10 kam allerdings nur die Hälfte an.

Nach 3 Tagen Anschweigen, Nachnachnachnachfragen und krummen Bleistiftlinien bestaunen, war mir klar, dass ich alleine aus Geduldsgründen NIE Vorschullehrerin werden würde.

Da spiele ich doch wirklich lieber mit meinen, schreienden Kindern draußen und ermahne sie nicht in den Sand zu pinkeln oder Spielzeuge über den Zaun zu schmeißen.

Für den letzten Arbeitstag hatte ich ein paar Plakate mit Fotos und Gebasteltem und Wackelpudding vorbereitet.

In der Mittagspause gab es eine kleine Abschiedsfeier mit Gesang, Kuchen, Geschenken und Tanz,was stark an eine Geburtstagsparty erinnerte.

Von Seiten des Chors gab es das Gleiche nochmal am Abend, was sehr schön war =)

Samstags musste ich dann schließlich endgültig Abschied von Kindern, Stadt, Heim, Freunden und Familie nehmen. Ndola, meine liebste sambische Geburtsstadt, ich komme.

Kitwe, ich werde dich und vor allem meine Zwerge vermissen.

In Ndola werde ich die ersten 1,5 Monate wieder bei meiner ersten Gastfamilie verbringen, was sehr super ist.

Es tat verdammt gut wieder hier drüben zu sein. Seit Mittwoch gibt es hier sogar einen großen „Pick & Pay“, welchem ich sonntags mit den Ösis einen Besuch abgestattet hatte.

Es gibt da Brötchen mit Kürbiskernen und Weizenmischbrot, ich konnte es nicht fassen.

Wie toll =)

Man isst/kriegt hier nämlich nur Toastbrot, was man schlicht Brot nennt.

Erst wenn man das Brot auch wirklich toastet und nicht so isst, wird es zum Toastbrot.

Eine Wissenschaft für sich.

Und Brot gehört zum Tee.

Letztens wollte ich Cornflakes ( das ist Standard für morgens: Toast oder Cornflakes) mit Tee kombinieren, was meine Schwester mir quasi nicht erlaubte. Das geht doch nicht...


Gestern morgen fuhren Tobi und ich mit unserem Koordinator in den weit hinter dem Stadion liegenden Compound „Twapia“. „Twapia“ bedeutet so viel wie „ wir sind verbrannt/ pleite“, was ja schonmal sehr viel sagend ist.

Hier gibt es ein Mädels- und ein Jungenwaisenhaus mit Schule, welches von Dominikanerinnen geleitet wird.

Die Schule, welche sich auf dem Gelände des Jungenwaisenhauses befindet, wird von der gesamten Waisenschaft und Kindern aus dem Compound besucht.

Morgens werden wir zwei also beide hier sein, zum Mittagessen und für den Nachmittag werde ich mit den 35 Mädels zu ihrem Heim herüber wandern.

Nach einem ersten Gespräch mit der Schwester war klar, dass wir quasi überall mitarbeiten können, viel selber machen können und gut unterstützt werden.

Ich werde vielleicht Vormittags ein bisschen in der Vorschule, in der Küche und im Kunst/werkunterricht mithelfen und nachmittags den Mädels bei den Hausaufgaben helfen und Tanz/ Mal/ Spiel/ Theaterworkshops machen können =)

Und einen Drahtesel, um auf die Arbeit zu kommen, wird sehr wahrscheinlich auch vom Convent organisiert.

Das riecht nach einer guten Zeit!





Mittwoch, 16. März 2011

gleisleben




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am Gleisrand




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Bagamoyo

Fischmarkt

Rindtransport

Strand

noch mehr Strand
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Über das Reisen mit der TAZARA, unser Zwischenseminar und freundliche Massai

Und dann ging es los. Und zwar um sechs Uhr morgens mit dem Bus nach Kapiri Mposhi, wo die großartige TAZARA ihre 1800km lange Fahrt nach Dar es Salaam beginnt.
Das die TAZARA das größte CHINESISCHE Projekt in Zambia ist, zeigte sich bei der Abfahrt.Wir starteten nach Plan um Punkt 14 Uhr, was ich und meine koreanische Kabinenmitbewohnerin erstmal nicht fassen konnten.
Die zwei sambischen Hausfrauen, welche die Bettchen unter uns belegten, interessierte das weniger.
Die meiste Zeit der Zugfahrt verbrachten Tobi und ich damit, in der „Lounge“ zu sitzen und durchs Fenster begeistert die Landschaft zu beobachten.
Fensterscheiben gab es nicht überall und man konnte prima seinen Kopf nach draußen strecken und nachts den Sternenhimmel und Wetterleuchten anschauen.
Wenn einem ein bisschen nach Konversation zu Mute war, unterhielt man sich zB mit den paar anderen weißen Mitreisenden ( nicht rassistisch gemeint, aber als Weiße interessiert man sich schwer für andere Weiße, wenn man mal welche trifft).
Im Angebot war ein Fernsehteam des BBC, ein Irischer Fotograf, welcher sich für einen Fotobildband durch Ostafrika knipst, polnische Filmmacherstudenten, zwei koreanische Weltentdecker und Luftholer und eine franz/chinesisch/englische Studentin, welche seit zwei Jahren an ihrer Doktorarbeit über die chinesischen Uhrsprünge in Zambia schreibt.
Und wenn Plaudereien und Naturschauen müde macht, haut man sich mal für ne Weile lässig auf die Schlafbritsche.
Einmal wurde ich unsanft aus dem Halbschlaf geweckt, als ein Kerl in hübscher Uniform bei uns im Abteil stand und mich unfreundlich zum MITKOMMEn aufforderte.
Mein guter Freund, was ist denn los?Ich dachte, es ginge ums Visum.
Was brauche ich? Geld? Reisepass?Aufenthaltsgenehmigung? Auf meine Fragen ging der Kerl
mal keinen Meter ein und meinte die ganze Zeit nur , ich solle mitkommen.
Wenn der so unnett zu mir ist, kann er das aber direkt mal vergessen. Uniform hin oder her.
Irgendwann erweiterte er mal seinen Wortschatz und blubberte irgendetwas von „ auf dem Dach“!
Ja da war mir direkt klar,was los ist. Die verrückte Dokotorarbeitlerin hat ihre Schnappsidee a la Slumdog Millionär bei voller Fahrt aufs Zugdach zu klettern, in die Tat umgesetzt.
Das man sie mit mir verwechselt hatte, fand ich nicht absurd. Klassischer Fall von Musunguverwechslung.
Für Afrikaner sehen nämlich alle Weißen gleich aus, da kann man auch glatt eine deutsche Blondine mit einer schwarzhaarigen Halbchinesin verwechseln. Kein Problem.
In mich hineingrinsend ließ ich mich von dem Uniformierten „abführen“ und in einem anderen Abteil zur Rede stellen.
Nein mein Guter, ich bin nicht auf dem Dach gewesen, ich kann dir gerne meine Kamara geben..du wirst keine wunderschönen, vom Zugdach geschossenen Landschaftsbilder zu Gesicht kriegen.
Dann kam von draußen die Meldung, dass die Weiße grad wieder auf dem Dach rumhockt.
Danke. Dann konnte ich es wohl nicht sein.
Prompt kam ne Entschuldigung und die Bitte um Vergebung.
Keine Ursache.
Die Dachbesteigerin wurde kurze Zeit später von neun Uniformierten zur Rede gestellt und belehrt.
Nach 2 Tagen Fahrt näherten wir uns langsam Dar es Salaam und durchquerten kurz vorher noch einen Nationalpark. Man konnte hier mal eben Elefanten, Giraffen, Gnus, Impalla/Antilopenherden, Affen und Warzenschweine beobachten.
Das war schon ziemlich prima.
In Dar es Salaam kamen wir dann spät abends an und verbrachten eine Nacht dort.
Am nächsten Morgen schlenderten Tobi und ich durch die faszinierende Stadt.
Der Kontrast zwischen modernen Hochbauten und alten Häuschen und das enge Zusammensein von mindestens drei der großen Weltreligionen und verschiedenen Kulturen beeindruckte uns direkt schwer.
Nachmittags ging es dann zu dem 60km entfernten, kleinen, am indischen Ozean gelegenen Bagamoyo, Hauptstadt des ehemaligen, deutschen Tanzanias.(?)
Da wir schon recht früh da waren, konnte ich mir schon einmal einen harten Sonnenbrand am Strand einfangen und im Badewannen warmen Meer plaschen.
Das Seminar mit rund 3 duzend deutschen Freiwilligen verschiedener Organisationen fing dienstags an und dauerte 8 Tage.
Der Austausch mit den anderen Freiwilligen war sehr bereichernd, zum Nachdenken anregend und motivierend.
Dienstags ging es wieder zurück nach Dar es Salaam, wo wir auf Grund der Zugfahrzeiten ( 2mal die Woche fährt der Zug) noch drei Tage verbringen konnten.
Untergekommen sind wir in der Bude zweier Freiwilligen, welche uns Stadt und Einsatzstelle gezeigt haben.
Donnerstags war ich mit einer anderen Freiwilligen Tücher- und Holzschnitzermarkt erkunden und halb leer kaufen.
Als es langsam dämmerte musste sie sich Richtung Zu Hause aufmachen, wofür man in der Millionenstadt mit schwer unfließendem Verkehr recht viel Zeit einplanen muss.
Da unser beider Mobiltelefone aus verschiedenen Gründen außer gefecht gesetzt waren, baten wir erst eine Massai um ein Telefonat, damit ich die anderen Herrschaften um einen Abholservice bitten konnte.
Klappte nicht. Dann haben wir es bei einer jungen Dame versucht, die uns ihr Handy ohne Gegenleistung sofort aushändigte. Keine Selbstverständlichkeit.
Ich entschloss mich die Wartezeit auf einem dicken Autoreifen mit einem Stück gegrillten Maiskolben am Straßenrand zu verbringen.
Irgendwann rief mich ein Massai zu sich und seiner Freundin, welche gerade Perlen auf einen Metalldraht aufzog.
Sie verkaufte typische Massaischmuckstücke auf einem klitzekleinen Straßenverkaufsstand.
Und dann saß da der westlich gekleidete Musungu mit Massaistoffen in seiner Einkaufstüte auf einem weitere Autoreifen neben den traditionell gekleideten Massai.
Die meisten Massai knoten sich 2-3 verschiedene Tücher um, tragen aus Autoreifen gefertigte Schuhe, Schmuck und teilweise Schwerter.
Der Massai, mit dem ich mich dann unterhielt, trug zu seiner traditionellen Kutte aber moderne Sportschuhe und einen englischen Namen.John.
John machte sich irgendwann Sorgen, da mein Abholteam einfach nicht aufkreuzen wollte.
Er stiefelte plötzlich auf Eigeninitiative los und schaffte ein Handy herbei, mit dem ich zwanghaft gebührenfrei nochmal telefonieren konnte.
Planänderung. Ich muss mit dem Bus in einen anderen Stadtteil fahren.
John ließ es sich nicht nehmen mir die Busstelle zu zeigen. Und dann. Dann wollte er mitfahren, damit ich sicher ankomme. Ein Massai im Bus. Das gibt es wahrscheinlich nicht so häufig. Und dann hat er noch ne Weiße im Schlepptau.
Kein schlechtes Bild. Die Busfahrt wollte er dann ununununbedingt auch noch für mich mitbezahlen. Er stieg mit mir aus, ließ mich nochmal telefonieren und wartete solange, bis ich meine Kollegen gefunden hatte.
Das war mal eine schöne Begegnung.
Freitag morgens hieß es Abschied nehmen von lieben Menschen, einer tollen Stadt, fetter Hitze, Unmengen von Obst, der Ausgehgesellschaft und den entsetzlich vielen Moskitos.
Stundenlang hingen wir dann in der Wartehalle des TAZARA- Bahnhofs herum und lauschten zeitweise dem Spontankonzert einer weißen Musikergruppe.
Die Rückfahrt war ein wenig unspannender als die Hinfahrt, da man die Landschaft
schon ausbestaunt hatte.
Dieses Mal war ich in einer Schlafkabine der 2.Klasse, welche Platz für sechs Britschen bieten muss.
Einige der Frauen hatten noch Kleinkinder am Start und Dank der zahlreichen Menschenbatterien wurde es in den Nächten diesmal nicht kalt.
Nach der Ankunft am frühen, sonntaglichen Abend ging es mit dem Bus nach Ndola zu einem kurzen meeting und am Montag morgen nach Kitwe auf die Arbeit.
Glücklicherweise haben die Kinderchen mich wiedererkannt und es geht ihnen allen gut!=)
Typisch afrikanisch wird einem dann erzählt, dass, wie sehr und wo man so vermisst wurde.
Eine ebenso weit verbreitete Begrüßungsart nach längerem Nichtsehen packte der Gärtner aus: „ Hey. Du bist ja fett geworden.“
Sowas fasst man natürlich erstmal als Beleidigung auf, ist aber nicht böse gemeint.
Im Gegenteil.
Fettsein ist ein Zeichen von Wohlstand und Sorglosigkeit.
Arme haben nicht viel zu beißen und Sorgenkinder haben keinen Appetit.

Dar es Salaam

Stadtleben

im bunten Minibus

Tischler, Schreiner

Suchbild. Wo ist sie?
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