Dienstag, 22. Februar 2011

Halbzeit -.-


Schon Halbzeit.
Und um dies zu feiern, gab es die zweite Malaria, welche wesentlich harmloser war als die erste.
Ich habe sie fast nicht aufgespürt, so harmlos war sie.
Eines abends bekam ich ein seltsames, zeitweise auftretendes Bauchstechen/weh.
Am nächsten Morgen kam noch Müdigkeit und Schwäche dazu und ich bin einfach vorsichtshalber nach ein paar Arbeitsstunden zum Testen in die Stadt gegangen.
Da frau weiß ist, wird sie mal direkt an der Warteschlange vorbei ins Labor geleitet.
Das ist zwar unfair, aber ein Test dauert ja nur ein paar Minuten und Fütterzeit im Heim beginnt bald.
Letztes Mal wurde ich mit so einem stylischen Test (ähnelt nem Schwangerschaftstest) getestet. Diesmal war das Ganze interessanter : Nadel macht picks, Blut kommt, auf Glasplatte, ab in blaue Flüssigkeit, unter Lampe, unter Mikroskop!Fertig.
Malaria positiv plus, nicht doppel plus.
Nach der Einnahme der Malariatabletten ging es mir ab dem nächsten Morgen wieder super.
Nichts war.
Das ist zwar gut, aber auch tückisch, da es zum Abbruch der Malariamedikamenteinnahme verleiten könnte. Dies wäre fatal, da die gute Freundin einem dann ein paar Tage oder Wochen später mit Sicherheit wieder einen Besuch abstatten wird.
Da die Krankheit mich kurz vor dem letzten Wochenende erwischte, fehlte ich nur einen halben Tag.
Montags ging es dann direkt wieder los.
Zur Zeit lernen ein paar der 2jährigen und eine clevere 1jährige aufs Töpfchen zu gehen.
Die 2jährigen machen ihre Sache größtenteils ganz gut.
Sobald eins „Ndefwaya wiwi“ (= „ich will Pipi machen“) von sich gibt und dann auch wirklich ins Töpfchen pinkelt, wird ein Freudentanz aufgeführt.
Die 1jährige verwechselt das Pinkeltöpfchen allerdings noch mit einem Trinknapf, was auch ganz amüsant ist.
Bevor es diesen Freitag nach Tansania geht, haben sie es hoffentlich alle mehr oder weniger drauf und ich habe mich von meiner naechsten Krankheit erholt.
Dieses Wochenende habe ich in ndola verbracht, das Bauchleiden kam zurrueck.
Ein Besuch in der Privatklinik brachte die Diagnose : Typhoid fever.
Das klingt ziemlich abentuerlich, es handel sich aber nur um Salmonellen.
6 Tage Antiobiotika, 2 Tage aergerlicherweise frei.
Als Abschiedsgeschenk von Ndola gabs noch ne Erkaeltung, welche durch das durch den Fussboden spritzende Regenwasser im Minibus auf der Rueckfahrt nach Kitwe nicht gerade gelindert wurde.

Aber Tansania wird schon.

In Tansania findet unser achttägiges Zwischenseminar statt, an welchem wir zusammen mit knapp 20 weiteren weltwaerts- Freiwilligen aus Uganda, Tansania, Sambia, Ruanda und Kenia teilnehmen werden.
Hin und Zurück geht es nicht mit dem Flieger, sondern 2 Tage lang mit dem ZUG =).
Komfort und Preis lassen sich natürlich nicht mit den deutschen vergleichen, aber das ist gut so.
Eine neue Erfahrung, auf die ich mich schon sehr freue.
Wir werden einen der größten sambischen Nationalparks während der Fahrt durchqueren und dabei hoffentlich ein paar Tiere beim lässigen Aus-dem- Fenster-schauen sichten.
Dass der Ort, in welchem das Seminar stattfindet, am Meer und nur ca. 60km von der Hauptstadt entfernt liegt, ist auch nicht verkehrt.
Perfekte Aussichten für eine gute Runde Erholung und eine große Portion neuer Power für die kommenden Monate!


Es gibt also wahrscheinlich erstmal ein wenig Funkstille...

Mwende Bwino,
shaleenipo

Dienstag, 8. Februar 2011

Übers Hühnertöten, Abschiednehmen und Mitleidhaben

Letztes Wochenende haben wir Großeinkäufe machen müssen, um die SCC meiner Gastmutter zu bewirten.
Normalerweise bestehen die SCC- Treffen aus dem Bibelteilen und Organisatorischem.
Manchmal bietet die Gastgeberfamilie aber auch Snacks und Drinks an, was für sie mehr Arbeit, aber für die SCC- Mitglieder mehr Spaß bedeutet.
Wenn man in Sambia von Snacks spricht, meint man meistens Fleisch, Wurst, Fleisch und noch etwas anderes.
Bei uns gab es Wurst, Huhn, Erdnüsse und dt. Kartoffelpuffer.
Dank der Drinks blieben die guten Gäste dann bis in die mittelspäte Nacht.
Dieses Wochenende durfte ich keine 3h lang Kartoffelpuffer zubereiten, sondern mit meinem Bruder ein Huhn töten, rupfen und ausnehmen.
Beim Töten habe ich natürlich nur zugesehen, was schon böse genug war.
Das Rupfen später ist eigentlich ne ganz nette Beschäftigung, aber beim Innereienherausnehmen habe ich lieber wieder die Position des Zuschauers bezogen.
War aber ganz interessant zu sehen, wie so ein Hühnlein von Innen aussieht und wo es sein Maisfutter vorm Verdauen lagert.
Das letzte Mal hatten sie einen hübschen Hahn zum Rupfen gekauft, dieser wurde aber nicht sofort einen Kopf kürzer gemacht, sondern durfte eine Nacht mit zusammengebundenen Füßen in der Speisekammer übernachten.
Einen guten Wachhahn hat er nicht abgegeben.
Die Ratten, welche seit einiger Zeit hier ein- und ausgehen und mich morgens im Bad erschrecken, hat er nämlich nicht vertreiben können.
Naja. Dann muss man halt mit Gift ran.

Die letzte Arbeitswoche begann mit ein wenig Ärger, Meinungsverschiedenheiten und Missverständnissen, welche den Haussegen zu mindestens bei mir und meiner „Lieblingsschwester“
schief gehängt haben.
Zur Krönung fuhr Sister L. noch mit der kleinen Hope ins Krankenhaus und kam wie stark befürchtet mit einem positiven HIV- Test zurück.
Der Kleinen bleibt auch nichts erspart...
Auf Grund des positiven Ergebnisses kann sie auch nicht auf lange Sicht bei uns bleiben, sondern muss in ein Heim für HIV- Infizierte oder zu Verwandten, was für sie evtl. den frühen Tod bedeutet.
Diese Verwandten haben nämlich aufgehört ihr die Medikamente zu geben. Einige Menschen leben immer noch in einer veralteten Welt und wollen die Krankheit nicht wahrhaben oder können nicht mit einer Infektion und den Infizierten umgehen.
Die Woche hat auch noch eine australische Ärztin vorbei geschaut und sich Hope spontan angesehen.
Unterernährung, evtl.Wurmbefall, Malaria und HIV war ihre Diagnose nach 5 Min. Begutachtung.
Na herzlichen Glückwunsch, Volltreffer =(
Ich weiß nicht, wie viel sie von alledem mitbekommt. Aber ich weiß, dass sie stark ist und irgendwie ihren Weg finden wird. Das hoffe ich auf jeden Fall sehr.
Ich versuche so viel wie möglich für sie dazu sein.
Morgens nach dem Umziehen und Füttern beschäftige ich mich seit der letzten Woche mit den 4 übrig gebliebenen Größeren, um zu basteln oder zu puzzeln.
In der Zwischenzeit kümmert sich ein Mädchen, welches jetzt ehrenamtlich 3 mal die Woche zum Mithelfen kommt, um die Kleinen.
Nicht nur sie ist neu, sondern auch ein weiteres Mädel in meinem Alter.
Sie lebt jetzt hier und wird von Sister L. unterstützt, um ihre Schullaufbahn zu beenden.
Ihre Eltern sind beide gestorben. Seit dem Tod ihres Vaters lebte sie bei ihrem Onkel.
Dieser meinte zum Thema Schule nur : „ Och du bist nicht clever genug, du wirst es nie zu viel Geld bringen. Schau du lieber nur deine Filme anstatt zur Schule zu gehen.“
Das wollte sie nicht und hat sich ihren Aufenthalt hier im Heim organisiert.
Mit ihren 19 Jahren besucht sie gerade die 9. Klasse und will später mal Ärztin werden...
Zusammen kümmern wir uns jetzt um das neue St. Martins Haustier, Raupe Kai.
Kai ist fett und grün und groß.
Er lebt in einer großen Saftflasche.
Anfangs haben die Kinder erstaunlich viel Angst vor ihm gehabt, keiner wollte ihn anfassen.
Nach und nach hat sich jeder dann mal getraut, den neuen Freund zu berühren und sie haben enorm viel Spaß am Beobachten seiner Fortbewegung auf der aufgebauten Steinlandschaft gefunden.
Mittlerweile haben sie ihre Berührungsängste ganz abgeschüttelt und ich muss aufpassen, dass sie ihn nicht misshandeln.
Davon verstehen die Guten nämlich zu viel bzw. gar nichts.
Unser schlimmer 4jährige hat letztens einen der Welpen mit einem Stock blutig geschlagen. Unglaublich.
Manchmal weiß man echt nicht, was in deren Köpfen so vor sich geht.
Was in dem Kopf von unserem 2jährigen vor sich ging, der die Woche endlich von seinen Adoptiveltern abgeholt wurde, weiß ich nicht genau.
Er ist aber ziemlich zielsicher, ohne zu zögern und ohne sie umzudrehen mit seinen neuen Eltern im Schlepptau zum Tor hinausmarschiert.
Ich glaube, er wusste, dass es eine neue Zukunft für ihn gibt und dass es ihm gut gehen wird.
Eine Lücke hat er bei uns aber auf jeden Fall hinterlassen.
Einen Tag später meinte einer der 4jährigen, als er beim Spielen draußen ein Auto hörte „ D. Is coming....“
Er kam nicht, aber er wird uns bestimmt besuchen kommen.

Übers Hühnertöten, Abschiednehmen und Mitleidhaben

Letztes Wochenende haben wir Großeinkäufe machen müssen, um die SCC meiner Gastmutter zu bewirten.
Normalerweise bestehen die SCC- Treffen aus dem Bibelteilen und Organisatorischem.
Manchmal bietet die Gastgeberfamilie aber auch Snacks und Drinks an, was für sie mehr Arbeit, aber für die SCC- Mitglieder mehr Spaß bedeutet.
Wenn man in Sambia von Snacks spricht, meint man meistens Fleisch, Wurst, Fleisch und noch etwas anderes.
Bei uns gab es Wurst, Huhn, Erdnüsse und dt. Kartoffelpuffer.
Dank der Drinks blieben die guten Gäste dann bis in die mittelspäte Nacht.
Dieses Wochenende durfte ich keine 3h lang Kartoffelpuffer zubereiten, sondern mit meinem Bruder ein Huhn töten, rupfen und ausnehmen.
Beim Töten habe ich natürlich nur zugesehen, was schon böse genug war.
Das Rupfen später ist eigentlich ne ganz nette Beschäftigung, aber beim Innereienherausnehmen habe ich lieber wieder die Position des Zuschauers bezogen.
War aber ganz interessant zu sehen, wie so ein Hühnlein von Innen aussieht und wo es sein Maisfutter vorm Verdauen lagert.
Das letzte Mal hatten sie einen hübschen Hahn zum Rupfen gekauft, dieser wurde aber nicht sofort einen Kopf kürzer gemacht, sondern durfte eine Nacht mit zusammengebundenen Füßen in der Speisekammer übernachten.
Einen guten Wachhahn hat er nicht abgegeben.
Die Ratten, welche seit einiger Zeit hier ein- und ausgehen und mich morgens im Bad erschrecken, hat er nämlich nicht vertreiben können.
Naja. Dann muss man halt mit Gift ran.

Die letzte Arbeitswoche begann mit ein wenig Ärger, Meinungsverschiedenheiten und Missverständnissen, welche den Haussegen zu mindestens bei mir und meiner „Lieblingsschwester“
schief gehängt haben.
Zur Krönung fuhr Sister L. noch mit der kleinen Hope ins Krankenhaus und kam wie stark befürchtet mit einem positiven HIV- Test zurück.
Der Kleinen bleibt auch nichts erspart...
Auf Grund des positiven Ergebnisses kann sie auch nicht auf lange Sicht bei uns bleiben, sondern muss in ein Heim für HIV- Infizierte oder zu Verwandten, was für sie evtl. den frühen Tod bedeutet.
Diese Verwandten haben nämlich aufgehört ihr die Medikamente zu geben. Einige Menschen leben immer noch in einer veralteten Welt und wollen die Krankheit nicht wahrhaben oder können nicht mit einer Infektion und den Infizierten umgehen.
Die Woche hat auch noch eine australische Ärztin vorbei geschaut und sich Hope spontan angesehen.
Unterernährung, evtl.Wurmbefall, Malaria und HIV war ihre Diagnose nach 5 Min. Begutachtung.
Na herzlichen Glückwunsch, Volltreffer =(
Ich weiß nicht, wie viel sie von alledem mitbekommt. Aber ich weiß, dass sie stark ist und irgendwie ihren Weg finden wird. Das hoffe ich auf jeden Fall sehr.
Ich versuche so viel wie möglich für sie dazu sein.
Morgens nach dem Umziehen und Füttern beschäftige ich mich seit der letzten Woche mit den 4 übrig gebliebenen Größeren, um zu basteln oder zu puzzeln.
In der Zwischenzeit kümmert sich ein Mädchen, welches jetzt ehrenamtlich 3 mal die Woche zum Mithelfen kommt, um die Kleinen.
Nicht nur sie ist neu, sondern auch ein weiteres Mädel in meinem Alter.
Sie lebt jetzt hier und wird von Sister L. unterstützt, um ihre Schullaufbahn zu beenden.
Ihre Eltern sind beide gestorben. Seit dem Tod ihres Vaters lebte sie bei ihrem Onkel.
Dieser meinte zum Thema Schule nur : „ Och du bist nicht clever genug, du wirst es nie zu viel Geld bringen. Schau du lieber nur deine Filme anstatt zur Schule zu gehen.“
Das wollte sie nicht und hat sich ihren Aufenthalt hier im Heim organisiert.
Mit ihren 19 Jahren besucht sie gerade die 9. Klasse und will später mal Ärztin werden...
Zusammen kümmern wir uns jetzt um das neue St. Martins Haustier, Raupe Kai.
Kai ist fett und grün und groß.
Er lebt in einer großen Saftflasche.
Anfangs haben die Kinder erstaunlich viel Angst vor ihm gehabt, keiner wollte ihn anfassen.
Nach und nach hat sich jeder dann mal getraut, den neuen Freund zu berühren und sie haben enorm viel Spaß am Beobachten seiner Fortbewegung auf der aufgebauten Steinlandschaft gefunden.
Mittlerweile haben sie ihre Berührungsängste ganz abgeschüttelt und ich muss aufpassen, dass sie ihn nicht misshandeln.
Davon verstehen die Guten nämlich zu viel bzw. gar nichts.
Unser schlimmer 4jährige hat letztens einen der Welpen mit einem Stock blutig geschlagen. Unglaublich.
Manchmal weiß man echt nicht, was in deren Köpfen so vor sich geht.
Was in dem Kopf von unserem 2jährigen vor sich ging, der die Woche endlich von seinen Adoptiveltern abgeholt wurde, weiß ich nicht genau.
Er ist aber ziemlich zielsicher, ohne zu zögern und ohne sie umzudrehen mit seinen neuen Eltern im Schlepptau zum Tor hinausmarschiert.
Ich glaube, er wusste, dass es eine neue Zukunft für ihn gibt und dass es ihm gut gehen wird.
Eine Lücke hat er bei uns aber auf jeden Fall hinterlassen.
Einen Tag später meinte einer der 4jährigen, als er beim Spielen draußen ein Auto hörte „ D. Is coming....“
Er kam nicht, aber er wird uns bestimmt besuchen kommen.

Übers Hühnertöten, Abschiednehmen und Mitleidhaben

Letztes Wochenende haben wir Großeinkäufe machen müssen, um die SCC meiner Gastmutter zu bewirten.
Normalerweise bestehen die SCC- Treffen aus dem Bibelteilen und Organisatorischem.
Manchmal bietet die Gastgeberfamilie aber auch Snacks und Drinks an, was für sie mehr Arbeit, aber für die SCC- Mitglieder mehr Spaß bedeutet.
Wenn man in Sambia von Snacks spricht, meint man meistens Fleisch, Wurst, Fleisch und noch etwas anderes.
Bei uns gab es Wurst, Huhn, Erdnüsse und dt. Kartoffelpuffer.
Dank der Drinks blieben die guten Gäste dann bis in die mittelspäte Nacht.
Dieses Wochenende durfte ich keine 3h lang Kartoffelpuffer zubereiten, sondern mit meinem Bruder ein Huhn töten, rupfen und ausnehmen.
Beim Töten habe ich natürlich nur zugesehen, was schon böse genug war.
Das Rupfen später ist eigentlich ne ganz nette Beschäftigung, aber beim Innereienherausnehmen habe ich lieber wieder die Position des Zuschauers bezogen.
War aber ganz interessant zu sehen, wie so ein Hühnlein von Innen aussieht und wo es sein Maisfutter vorm Verdauen lagert.
Das letzte Mal hatten sie einen hübschen Hahn zum Rupfen gekauft, dieser wurde aber nicht sofort einen Kopf kürzer gemacht, sondern durfte eine Nacht mit zusammengebundenen Füßen in der Speisekammer übernachten.
Einen guten Wachhahn hat er nicht abgegeben.
Die Ratten, welche seit einiger Zeit hier ein- und ausgehen und mich morgens im Bad erschrecken, hat er nämlich nicht vertreiben können.
Naja. Dann muss man halt mit Gift ran.

Die letzte Arbeitswoche begann mit ein wenig Ärger, Meinungsverschiedenheiten und Missverständnissen, welche den Haussegen zu mindestens bei mir und meiner „Lieblingsschwester“
schief gehängt haben.
Zur Krönung fuhr Sister L. noch mit der kleinen Hope ins Krankenhaus und kam wie stark befürchtet mit einem positiven HIV- Test zurück.
Der Kleinen bleibt auch nichts erspart...
Auf Grund des positiven Ergebnisses kann sie auch nicht auf lange Sicht bei uns bleiben, sondern muss in ein Heim für HIV- Infizierte oder zu Verwandten, was für sie evtl. den frühen Tod bedeutet.
Diese Verwandten haben nämlich aufgehört ihr die Medikamente zu geben. Einige Menschen leben immer noch in einer veralteten Welt und wollen die Krankheit nicht wahrhaben oder können nicht mit einer Infektion und den Infizierten umgehen.
Die Woche hat auch noch eine australische Ärztin vorbei geschaut und sich Hope spontan angesehen.
Unterernährung, evtl.Wurmbefall, Malaria und HIV war ihre Diagnose nach 5 Min. Begutachtung.
Na herzlichen Glückwunsch, Volltreffer =(
Ich weiß nicht, wie viel sie von alledem mitbekommt. Aber ich weiß, dass sie stark ist und irgendwie ihren Weg finden wird. Das hoffe ich auf jeden Fall sehr.
Ich versuche so viel wie möglich für sie dazu sein.
Morgens nach dem Umziehen und Füttern beschäftige ich mich seit der letzten Woche mit den 4 übrig gebliebenen Größeren, um zu basteln oder zu puzzeln.
In der Zwischenzeit kümmert sich ein Mädchen, welches jetzt ehrenamtlich 3 mal die Woche zum Mithelfen kommt, um die Kleinen.
Nicht nur sie ist neu, sondern auch ein weiteres Mädel in meinem Alter.
Sie lebt jetzt hier und wird von Sister L. unterstützt, um ihre Schullaufbahn zu beenden.
Ihre Eltern sind beide gestorben. Seit dem Tod ihres Vaters lebte sie bei ihrem Onkel.
Dieser meinte zum Thema Schule nur : „ Och du bist nicht clever genug, du wirst es nie zu viel Geld bringen. Schau du lieber nur deine Filme anstatt zur Schule zu gehen.“
Das wollte sie nicht und hat sich ihren Aufenthalt hier im Heim organisiert.
Mit ihren 19 Jahren besucht sie gerade die 9. Klasse und will später mal Ärztin werden...
Zusammen kümmern wir uns jetzt um das neue St. Martins Haustier, Raupe Kai.
Kai ist fett und grün und groß.
Er lebt in einer großen Saftflasche.
Anfangs haben die Kinder erstaunlich viel Angst vor ihm gehabt, keiner wollte ihn anfassen.
Nach und nach hat sich jeder dann mal getraut, den neuen Freund zu berühren und sie haben enorm viel Spaß am Beobachten seiner Fortbewegung auf der aufgebauten Steinlandschaft gefunden.
Mittlerweile haben sie ihre Berührungsängste ganz abgeschüttelt und ich muss aufpassen, dass sie ihn nicht misshandeln.
Davon verstehen die Guten nämlich zu viel bzw. gar nichts.
Unser schlimmer 4jährige hat letztens einen der Welpen mit einem Stock blutig geschlagen. Unglaublich.
Manchmal weiß man echt nicht, was in deren Köpfen so vor sich geht.
Was in dem Kopf von unserem 2jährigen vor sich ging, der die Woche endlich von seinen Adoptiveltern abgeholt wurde, weiß ich nicht genau.
Er ist aber ziemlich zielsicher, ohne zu zögern und ohne sie umzudrehen mit seinen neuen Eltern im Schlepptau zum Tor hinausmarschiert.
Ich glaube, er wusste, dass es eine neue Zukunft für ihn gibt und dass es ihm gut gehen wird.
Eine Lücke hat er bei uns aber auf jeden Fall hinterlassen.
Einen Tag später meinte einer der 4jährigen, als er beim Spielen draußen ein Auto hörte „ D. Is coming....“
Er kam nicht, aber er wird uns bestimmt besuchen kommen.

Übers Hühnertöten, Abschiednehmen und Mitleidhaben

Letztes Wochenende haben wir Großeinkäufe machen müssen, um die SCC meiner Gastmutter zu bewirten.
Normalerweise bestehen die SCC- Treffen aus dem Bibelteilen und Organisatorischem.
Manchmal bietet die Gastgeberfamilie aber auch Snacks und Drinks an, was für sie mehr Arbeit, aber für die SCC- Mitglieder mehr Spaß bedeutet.
Wenn man in Sambia von Snacks spricht, meint man meistens Fleisch, Wurst, Fleisch und noch etwas anderes.
Bei uns gab es Wurst, Huhn, Erdnüsse und dt. Kartoffelpuffer.
Dank der Drinks blieben die guten Gäste dann bis in die mittelspäte Nacht.
Dieses Wochenende durfte ich keine 3h lang Kartoffelpuffer zubereiten, sondern mit meinem Bruder ein Huhn töten, rupfen und ausnehmen.
Beim Töten habe ich natürlich nur zugesehen, was schon böse genug war.
Das Rupfen später ist eigentlich ne ganz nette Beschäftigung, aber beim Innereienherausnehmen habe ich lieber wieder die Position des Zuschauers bezogen.
War aber ganz interessant zu sehen, wie so ein Hühnlein von Innen aussieht und wo es sein Maisfutter vorm Verdauen lagert.
Das letzte Mal hatten sie einen hübschen Hahn zum Rupfen gekauft, dieser wurde aber nicht sofort einen Kopf kürzer gemacht, sondern durfte eine Nacht mit zusammengebundenen Füßen in der Speisekammer übernachten.
Einen guten Wachhahn hat er nicht abgegeben.
Die Ratten, welche seit einiger Zeit hier ein- und ausgehen und mich morgens im Bad erschrecken, hat er nämlich nicht vertreiben können.
Naja. Dann muss man halt mit Gift ran.

Die letzte Arbeitswoche begann mit ein wenig Ärger, Meinungsverschiedenheiten und Missverständnissen, welche den Haussegen zu mindestens bei mir und meiner „Lieblingsschwester“
schief gehängt haben.
Zur Krönung fuhr Sister L. noch mit der kleinen Hope ins Krankenhaus und kam wie stark befürchtet mit einem positiven HIV- Test zurück.
Der Kleinen bleibt auch nichts erspart...
Auf Grund des positiven Ergebnisses kann sie auch nicht auf lange Sicht bei uns bleiben, sondern muss in ein Heim für HIV- Infizierte oder zu Verwandten, was für sie evtl. den frühen Tod bedeutet.
Diese Verwandten haben nämlich aufgehört ihr die Medikamente zu geben. Einige Menschen leben immer noch in einer veralteten Welt und wollen die Krankheit nicht wahrhaben oder können nicht mit einer Infektion und den Infizierten umgehen.
Die Woche hat auch noch eine australische Ärztin vorbei geschaut und sich Hope spontan angesehen.
Unterernährung, evtl.Wurmbefall, Malaria und HIV war ihre Diagnose nach 5 Min. Begutachtung.
Na herzlichen Glückwunsch, Volltreffer =(
Ich weiß nicht, wie viel sie von alledem mitbekommt. Aber ich weiß, dass sie stark ist und irgendwie ihren Weg finden wird. Das hoffe ich auf jeden Fall sehr.
Ich versuche so viel wie möglich für sie dazu sein.
Morgens nach dem Umziehen und Füttern beschäftige ich mich seit der letzten Woche mit den 4 übrig gebliebenen Größeren, um zu basteln oder zu puzzeln.
In der Zwischenzeit kümmert sich ein Mädchen, welches jetzt ehrenamtlich 3 mal die Woche zum Mithelfen kommt, um die Kleinen.
Nicht nur sie ist neu, sondern auch ein weiteres Mädel in meinem Alter.
Sie lebt jetzt hier und wird von Sister L. unterstützt, um ihre Schullaufbahn zu beenden.
Ihre Eltern sind beide gestorben. Seit dem Tod ihres Vaters lebte sie bei ihrem Onkel.
Dieser meinte zum Thema Schule nur : „ Och du bist nicht clever genug, du wirst es nie zu viel Geld bringen. Schau du lieber nur deine Filme anstatt zur Schule zu gehen.“
Das wollte sie nicht und hat sich ihren Aufenthalt hier im Heim organisiert.
Mit ihren 19 Jahren besucht sie gerade die 9. Klasse und will später mal Ärztin werden...
Zusammen kümmern wir uns jetzt um das neue St. Martins Haustier, Raupe Kai.
Kai ist fett und grün und groß.
Er lebt in einer großen Saftflasche.
Anfangs haben die Kinder erstaunlich viel Angst vor ihm gehabt, keiner wollte ihn anfassen.
Nach und nach hat sich jeder dann mal getraut, den neuen Freund zu berühren und sie haben enorm viel Spaß am Beobachten seiner Fortbewegung auf der aufgebauten Steinlandschaft gefunden.
Mittlerweile haben sie ihre Berührungsängste ganz abgeschüttelt und ich muss aufpassen, dass sie ihn nicht misshandeln.
Davon verstehen die Guten nämlich zu viel bzw. gar nichts.
Unser schlimmer 4jährige hat letztens einen der Welpen mit einem Stock blutig geschlagen. Unglaublich.
Manchmal weiß man echt nicht, was in deren Köpfen so vor sich geht.
Was in dem Kopf von unserem 2jährigen vor sich ging, der die Woche endlich von seinen Adoptiveltern abgeholt wurde, weiß ich nicht genau.
Er ist aber ziemlich zielsicher, ohne zu zögern und ohne sie umzudrehen mit seinen neuen Eltern im Schlepptau zum Tor hinausmarschiert.
Ich glaube, er wusste, dass es eine neue Zukunft für ihn gibt und dass es ihm gut gehen wird.
Eine Lücke hat er bei uns aber auf jeden Fall hinterlassen.
Einen Tag später meinte einer der 4jährigen, als er beim Spielen draußen ein Auto hörte „ D. Is coming....“
Er kam nicht, aber er wird uns bestimmt besuchen kommen.

Übers Hühnertöten, Abschiednehmen und Mitleidhaben

Letztes Wochenende haben wir Großeinkäufe machen müssen, um die SCC meiner Gastmutter zu bewirten.
Normalerweise bestehen die SCC- Treffen aus dem Bibelteilen und Organisatorischem.
Manchmal bietet die Gastgeberfamilie aber auch Snacks und Drinks an, was für sie mehr Arbeit, aber für die SCC- Mitglieder mehr Spaß bedeutet.
Wenn man in Sambia von Snacks spricht, meint man meistens Fleisch, Wurst, Fleisch und noch etwas anderes.
Bei uns gab es Wurst, Huhn, Erdnüsse und dt. Kartoffelpuffer.
Dank der Drinks blieben die guten Gäste dann bis in die mittelspäte Nacht.
Dieses Wochenende durfte ich keine 3h lang Kartoffelpuffer zubereiten, sondern mit meinem Bruder ein Huhn töten, rupfen und ausnehmen.
Beim Töten habe ich natürlich nur zugesehen, was schon böse genug war.
Das Rupfen später ist eigentlich ne ganz nette Beschäftigung, aber beim Innereienherausnehmen habe ich lieber wieder die Position des Zuschauers bezogen.
War aber ganz interessant zu sehen, wie so ein Hühnlein von Innen aussieht und wo es sein Maisfutter vorm Verdauen lagert.
Das letzte Mal hatten sie einen hübschen Hahn zum Rupfen gekauft, dieser wurde aber nicht sofort einen Kopf kürzer gemacht, sondern durfte eine Nacht mit zusammengebundenen Füßen in der Speisekammer übernachten.
Einen guten Wachhahn hat er nicht abgegeben.
Die Ratten, welche seit einiger Zeit hier ein- und ausgehen und mich morgens im Bad erschrecken, hat er nämlich nicht vertreiben können.
Naja. Dann muss man halt mit Gift ran.

Die letzte Arbeitswoche begann mit ein wenig Ärger, Meinungsverschiedenheiten und Missverständnissen, welche den Haussegen zu mindestens bei mir und meiner „Lieblingsschwester“
schief gehängt haben.
Zur Krönung fuhr Sister L. noch mit der kleinen Hope ins Krankenhaus und kam wie stark befürchtet mit einem positiven HIV- Test zurück.
Der Kleinen bleibt auch nichts erspart...
Auf Grund des positiven Ergebnisses kann sie auch nicht auf lange Sicht bei uns bleiben, sondern muss in ein Heim für HIV- Infizierte oder zu Verwandten, was für sie evtl. den frühen Tod bedeutet.
Diese Verwandten haben nämlich aufgehört ihr die Medikamente zu geben. Einige Menschen leben immer noch in einer veralteten Welt und wollen die Krankheit nicht wahrhaben oder können nicht mit einer Infektion und den Infizierten umgehen.
Die Woche hat auch noch eine australische Ärztin vorbei geschaut und sich Hope spontan angesehen.
Unterernährung, evtl.Wurmbefall, Malaria und HIV war ihre Diagnose nach 5 Min. Begutachtung.
Na herzlichen Glückwunsch, Volltreffer =(
Ich weiß nicht, wie viel sie von alledem mitbekommt. Aber ich weiß, dass sie stark ist und irgendwie ihren Weg finden wird. Das hoffe ich auf jeden Fall sehr.
Ich versuche so viel wie möglich für sie dazu sein.
Morgens nach dem Umziehen und Füttern beschäftige ich mich seit der letzten Woche mit den 4 übrig gebliebenen Größeren, um zu basteln oder zu puzzeln.
In der Zwischenzeit kümmert sich ein Mädchen, welches jetzt ehrenamtlich 3 mal die Woche zum Mithelfen kommt, um die Kleinen.
Nicht nur sie ist neu, sondern auch ein weiteres Mädel in meinem Alter.
Sie lebt jetzt hier und wird von Sister L. unterstützt, um ihre Schullaufbahn zu beenden.
Ihre Eltern sind beide gestorben. Seit dem Tod ihres Vaters lebte sie bei ihrem Onkel.
Dieser meinte zum Thema Schule nur : „ Och du bist nicht clever genug, du wirst es nie zu viel Geld bringen. Schau du lieber nur deine Filme anstatt zur Schule zu gehen.“
Das wollte sie nicht und hat sich ihren Aufenthalt hier im Heim organisiert.
Mit ihren 19 Jahren besucht sie gerade die 9. Klasse und will später mal Ärztin werden...
Zusammen kümmern wir uns jetzt um das neue St. Martins Haustier, Raupe Kai.
Kai ist fett und grün und groß.
Er lebt in einer großen Saftflasche.
Anfangs haben die Kinder erstaunlich viel Angst vor ihm gehabt, keiner wollte ihn anfassen.
Nach und nach hat sich jeder dann mal getraut, den neuen Freund zu berühren und sie haben enorm viel Spaß am Beobachten seiner Fortbewegung auf der aufgebauten Steinlandschaft gefunden.
Mittlerweile haben sie ihre Berührungsängste ganz abgeschüttelt und ich muss aufpassen, dass sie ihn nicht misshandeln.
Davon verstehen die Guten nämlich zu viel bzw. gar nichts.
Unser schlimmer 4jährige hat letztens einen der Welpen mit einem Stock blutig geschlagen. Unglaublich.
Manchmal weiß man echt nicht, was in deren Köpfen so vor sich geht.
Was in dem Kopf von unserem 2jährigen vor sich ging, der die Woche endlich von seinen Adoptiveltern abgeholt wurde, weiß ich nicht genau.
Er ist aber ziemlich zielsicher, ohne zu zögern und ohne sie umzudrehen mit seinen neuen Eltern im Schlepptau zum Tor hinausmarschiert.
Ich glaube, er wusste, dass es eine neue Zukunft für ihn gibt und dass es ihm gut gehen wird.
Eine Lücke hat er bei uns aber auf jeden Fall hinterlassen.
Einen Tag später meinte einer der 4jährigen, als er beim Spielen draußen ein Auto hörte „ D. Is coming....“
Er kam nicht, aber er wird uns bestimmt besuchen kommen.

Mittwoch, 2. Februar 2011

.....

Viele hatten den großen Optimismus, dass sie auf Grund der Einteilung in einer der letzten Gruppen gar nicht mehr im Krankenhaus antanzen müssen, da der Kranke ( ich lasse jetzt mal die nervige Neutrumform weg)bis dahin längst wieder entlassen wurde.
Ich hatte auch da Gefühl, dass die Besucherei zu weit voraus geplant wurde, aber aus gegenteiligen Gründen...
Als ich am Dienstag Abend viel zu spät zur Kirche kam, kam mir eine unbekannte Frau entgegen und meinte : „ du bist zu spät, deine Freunde sind schon gegangen...“
Ist mir schon klar. Die Probe muss schon seit Längerem vorbei sein.
Im Gehen drehte sich die Dame nochmal um und meinte unbekümmert :„ Sie sind zu einer Beerdigung gegangen..“ Oh aha. Was. Moment. „Wessen Beerdigung?“, fragte ich Böses erahnend.
„ Oh der Kerl, der so lange krank war..was ist nochmal sein Name? ****!“
Das es dann so schnell ging, hatte ich nicht gedacht.
Am Abend vorher war ich ja noch da, um ihn zu besuchen und er hatte sich sogar noch an meinen Namen erinnert.
„sie sind zu einer Beerdigung gegangen“.
Wenn man hier von Beerdigung spricht, meint man nicht das Sarg-ins-Grab-herablassen, sondern das mehrtägige Trauern.
Im Haus des Verstorbenen werden am ersten Tag hauptsächlich Verwandte und engere Freunde empfangen. Es wird dann die ganze Nacht durch getrauert.
An den weiteren Tagen und Abenden dürfen alle möglichen Leute kommen, um ihr Beileid auszudrücken und zu trauern.
Der Abend vor der tatsächlichen Beerdigung wird „morning moaning“ genannt, hier ist das herzzerschmetternde Weinen am schlimmsten.
Der gesamte Chor wurde aufgefordert daran teilzunehmen und zu singen.
Ich habe mich auf eine lange, bedrückende Nacht eingestimmt.
Die kam aber nicht.
Da das Haus der Familie klitzeklein ist, wurden draußen noch Zelte aufgestellt und eine riesige Plane von der Hauswand runter gespannt, um allen Leute ein regensicheres Plätzchen zu verschaffen.
Der Chor fand seinen Platz unter der großen Plane um ein Lagerfeuer herum.
Es waren so gut wie alle Mitglieder da, sogar die Musikinstrumente waren am Start.
Nach einem kurzen Gang ins Trauerhaus, wo alle engen Angehörigen halb schlafend die trauernden Bekannten und Freunde empfangen, ging es mit dem Singen am Feuer los, was mehr an ein Zeltlager erinnerte.
Es wurden fröhliche Lieder gesungen und heftig getanzt.
Mir wurde das ganze ein wenig suspekt, ich dachte, wir wären hier zum Trauern.
Unser Hauptdirigent beruhigte mich und meinte, dass das normal sei. Es wird getrauert, aber wir feiern auch das Leben.Sein Leben.
Das ist eigentlich eine ziemlich schöne Idee.
Alle möglichen Menschen kommen für ein paar Tage zusammen, um gemeinsam zu trauern und zu feiern und finden Dank der langen Prozedur genug Zeit, um sich zusammen zu setzten, über den Verstorbenen zu sprechen und den Tod ein wenig zu verarbeiten.
Es ist einfach angemessen.
Auch die Beerdigungsfeier in der Kirche und auf dem Friedhof hatte eine bemerkenswerte Dauer von 4 Stunden.
Zu Nächst gab es einen Trauergottesdienst, nach dessen Ende der Sarg offen am Ausgang positioniert wurde und jeder nochmal einen letzten Blick auf den lieben Verstorbenen werfen konnte.
Das war schon krass.
Auf dem riesigen Friedhof außerhalb der Stadt war nix mit „ Sarg rein..Rosen, Erde drauf, Handschütteln und Gehen“.
Nein, nein. Erst durften die engsten Familienangehörigen Rosen ins Grab schmeißen und dann fingen Jungs an das Grab komplett zu zu schütten.
Hierfür musste aber erst mal Erde herbeigeschafft werden und Zement von Hand angerührt werden.
Das hat natürlich etwas gedauert.
Das fertige Grab ist dann nicht eben wie bei uns, sondern hat einen großen Hügel auf sich thronen.
In der Regenzeit muss der Hügel ein wenig höher sein, ist ja klar.
Als nächstes mussten alle Frauen des Chors zum Grab kommen und es „säubern“, also die Erde glatt klopfen.
Dann wurden verschiedene Personen/ Angehörigengruppen vorgelesen, die nacheinander vor kamen und ihre Rosen ins Grab gesteckt haben.
Nach einer Dankesrede und einem Gebet war die Beerdigung vorbei und man versucht seiner Trauer den Rücken zu zu kehren, genau wie man dem Grab beim Weggehen den Rücken zudreht.
Natürlich ist das einfacher gesagt, als getan.

Da ich gerade schon dabei bin über kulturelle Unterschiede zu sprechen, kann ich eigentlich damit weiter machen.
Am Samstag war ich bei der Post, um ein Paketchen abzuholen und musste süße 600 K ( 10 cent ;P) nachbezahlen, ich hatte aber nur 300 oder 50.000K.
Ja, den „großen Schein“ konnte mir der Postbeamte leider nicht wechseln und meinte, dass ich sie irgendwann -wenn ich mal wieder in der Stadt bin- vorbei bringen soll...okay. Danke (hab sie natürlich gebracht & meine Ehrlichkeit hat ihn fast umgehauen)

Internetcafes sind auch so eine lustige Sache.
Wenn man an einem PC von dem Verein da sitzt, kann nichts passieren.
Da läuft ja die Uhr mit und man kann sicher sein, dass man den richtigen Betrag bezahlen wird.
Wenn man aber mit dem Laptop anrückt, weiß man das nie so genau.
Manchmal stimmt´s, manchmal vergessen die Freunde aber die Zeiten aufzuschreiben, was für den Laptopbesitzer durchaus von Vorteil ist.
Natürlich lassen es sich die Kerle nicht wirklich anmerken, dass sie es verzockt haben und nennen selbstsicher irgendeinen Betrag, der manchmal nur halb so hoch ist wie der von mir ausgerechnete.

Was gibt’s sonst so?
Angenommen ich kaufe mir einen Schokoladenriegel und frage höflichkeitshalber oder auch wirklich gewollt eine deutsche Freundin, ob sie was ab haben will, würde sie entweder sagen „ nein, nein..das ist deiner..iss du den mal“ oder „ mhm.mm..oke ..Danke =) lieb von dir“.
Hier in Sambia würde die Freundin einfach nur mit „Ja“ antworten.
Hier wird nix abgelehnt, man muss annehmen.
Vor allem wenn es ums Essen geht.
Wenn man was angeboten kriegt, nimmt man es. Fertig.
Man weiß ja nie, wann man wieder was kriegt.