Sonntag, 29. August 2010

1. Phase um

Mwapoleni fibusa lyandi!

Knapp eine Woche ist vergangen und die erste Phase der Orientierung damit abgeschlossen.
Wir haben wie in der ersten Woche auch jeden Tag Projekte und Einrichtungen der Diozöse angesehen und jeden 2. Nachmittag Bembaunterricht genommen.
Bembalernen ist super und vor allem das Eselsbrücken ausdenken ist ein Spaß!
(Kleines Beispiel: Mwashibukeni- Guten Morgen! M- Morgen, washi- da wäscht man sich,Buk- Buko gibt’s zum Frühstück, eni- eh nicht!)

Damit auch ihr euch ein Bild von den Begebenheiten und Einrichtungen hier machen könnt, will ich meine Woche mal chronologisch wiedergeben.
Am Montag haben wir die Cicetekelo Youth Projects besucht.
Es handelt sich hier um 2 große Einrichtungen, in denen Kindern und Jugendlichen Unterricht, Freizeitgestaltung und teilweise ein Zu hause angeboten werden.
Als wir das project der Jüngeren besucht haben, wurde gerade ein Rollenspiel zum Thema „negative Folgen von Drogen“aufgeführt, um die Kinder aufzuklären.
Ob das Zeug in ihren Händen echt war?
Am Dienstag haben wir Twikatane und die Misson Press besucht.
Hier kann man Computerunterricht nehmen, Nähen und Schreinern lernen und sogar Filme und Lieder produzieren. In der Mission Press werden Bücher und Prospekte gedruckt.
Am Mittwoch haben wir 2 Heime in Twapia besichtigt- eins für Jungs und eins für Mädels.
In Letzterem leben zur Zeit 45 Mädchen, für die eine einzige Frau kocht, putzt und Mutter ist. Und das seit 10 Jahren....Respekt!
Auf dem Weg zurück in die Stadt fährt man an einer gewaltigen Baustelle vorbei.
Chinesen bauen hier am Rande Ndolas ein gigantisches Fußballstadion, in dem 60.000 Menschen Platz finden sollen. Globalisierung lässt grüßen.
Kann ja nicht schaden, mal ein Stadion für ein paar Millionen zu bauen!Um Gesundheit und Bildung kann man sich ja später noch kümmern!! -.-
Nach dem Bembaunterricht und einem Besuch bei Linda und Franzi am Nachmittag habe ich auf dem Heimweg einen Jungen getroffen, der offensichtlich auf der Straße lebt. Er war barfuß, trug verschmuddelte Kleidung und schien auch gesundheitlich nicht ganz fit zu sein.
Er hat mich verfolgt und „drink“ sagend auf die Shops gezeigt.
Ich habe ihm Wasser gekauft, wollte es ihm dann irgendwo ungesehen schenken.
Das ist aber in der Nähe eines Einkaufzentrums recht schwierig und ich kam mir mehr wie eine Dealerin als eine Samariterin vor. Natürlich haben die Leute mich beobachtet...
ein „Danke“ musste ich von dem Jungen auch nicht erwarten! Ich bin mir aber fast sicher, er hätte mir ein „ Thank you“ zugeflüstert, wenn er die Chance hätte zur Schule zu gehen und Englisch zu lernen...
Manchmal verdränge ich ja schon fast, dass ich in einem Entwicklungsland bin..aber solche Situationen erinnern mir stets daran.
Auch der Stromausfall am Abend war wieder so eine Sache.
Am Donnerstag morgen war ich um 6 Uhr früh mit meinem großen Bruder joggen- ich in Stoffhose und mit Sportschuhen, er in 7/8 Jeans und offenen Leinenschuhen!
Jeder wie er will..oder kann!
Später haben wir ein weiteres Waisenhaus und ein Krankenhaus besucht.
Den gesamten Nachmittag nahmen die Vorbereitungen für die „ Farewell und Welcome Party“ (für Linda und Franzi, die am nächsten Tag zurückfliegen, und Tobi und mich) in Anspruch.
Um auch etwas zu der Party beizutragen, wollte ich Käsekuchen gebacken.
Backt mal einen Käsekuchen ohne gescheiten Magerquark und Waage!!
Es hat mich unendlich viele Nerven gekostet.. aber das Ergebnis soll im Endeffekt gut gewesen sein und ich konnte die Ehre der deutschen Backkunst wahren!
Die Abschiedsparty bestand aus vielen Reden, Tanz und Gesang!
Es war ein kurzes,aber gelungenes Fest.
Am Freitag haben wir dann das Youth Center der Diozöse gezeigt bekommen und einen Einblick in das Pastorale System erhalten.
Im Anschluss haben wir Linda und Franzi zum Flughafen gebracht.

Und dann ist auch schon wieder Wochenende!
Gestern waren wir mit dem CBR ( da arbeiten Bjorn und Dana, die Misereorfreiwilligen) in dem Nsombe Park und haben einige Tiere Sambias live sehen können.
Heute früh war ich zum ersten Mal mit meinen Geschwistern in der Jugendmesse. Die war ziemlich super.Besonders der Chor und die Band tragen zu der guten Stimmung während der Messe bei.Ich habe große Lust mit zu singen und habe das auch gleich dem „Chef“ von der Jugend mitgeteilt.Der fand das so toll, dass er mich direkt mal allen Leuten auf dem Kirchenplatz vorgestellt hat.

Alles in Allem war die erste Phase der Orientierung sehr spannend und informativ, aber ich freue mich auch schon auf die 2.!Wir werden in den nächsten Zeit jeweils für eine Woche in einem Projekt mitarbeiten.

Ich versuche mal, ein Album im Blog hoch zu laden!
Bilder sagen ja bekanntlich mehr als tausend Worte.
Ich würde euch so gerne Bilder von den Menschen,der Stadt und dem Leben hier zeigen, aber man kann in den wenigsten Situationen einfach mal die Cam raus holen und tourimäßig drauf losknipsen!



Kafikenipo!

PS: die Luftballons leben noch...=)

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