Montag, 8. November 2010

Regen- einmal wie keinmal

Und da kam er dann, der erste Regen.
Als wir Mittwoch Nachmittag draußen saßen, um die Kinder zu füttern, startete das Donnern und Blitzen.
Ich machte mich wenig später auf den Nachhauseweg und bat die Schwestern um eine Plastiktüte für meine Wertsachen.Nur für alle Fälle.
„ Ach nein. Das ist nicht nötig, es fängt frühstens heute Nacht an zu regnen!“
Gut. Ich habe ihnen mal geglaubt.Keine Minute später verließ ich das Haus und es fing an zu regnen. Relativ unspektakulär,ich war ein wenig enttäuscht.
Aber wenigstens musste das Abenteuer „ Berg hinterm Haus besteigen und weiße Felsen ansehen“ nicht abgeblasen werden. Das Plateau des Berges ist nämlich so riesig, dass es in der Nähe des Waisenhauses endet. Ich könnte also rein theoretisch nicht 25 Minuten lang um den Berg und durch die Stadt zur Arbeit laufen, sondern quer über den Berg. Das wäre ziemlich cool, allerdings ist es alleine zu gefährlich..so mitten im Nirgendwo. Schade.
Die Kinder von St. Martins waren diese Woche auch ( noch mehr )in der Wahl ihres Aufenthaltortes eingeschränkt.
Ein Pfarrer kam am Montag, um für die folgenden 6 Tage mit den Schwestern stundenlang zu beten und ja. Das machen sie einmal ihm Jahr.
Der Gebetsraum ist neben dem Babyzimmer, die Babies mussten des Krachs wegen ins Kinderzimmer.
Und die Großen durften nicht draußen spielen, sondern mussten drinnen fernsehen, was sie aber nicht sonderlich schlimm fanden...
Für mich war es leichter die Kreativaktion „ Wasserfarbhandabdruck auf Tonpapier“ in Einzelarbeit durchzuführen, da die Tochter einer Arbeiterin sich ebenfalls um die Kinder gekümmert hat.
Sie und ihre Mutter haben diese Woche im Heim übernachtet.
Warum? Der Grund erscheint für einen Menschen aus unseren Kulturkreisen lächerlich und unvorstellbar : witchcraft!
Der Mann der Arbeiterin hat sie vor einiger Zeit verlassen, da sie ihm nur ein Kind schenken konnte. Die Zurückgelassenen leben noch im alten Haus, mit einem Monatslohn von 50 Euro ( 6 Arbeitstage die Woche a 10h) stand ein Umzug nicht zur Debatte.
Die Schwiegermutter fand das aber wohl nicht so lustig und hat ihre Schwiegertochter oder Ex- Schwiegertochter mit Flüchen belegt.
Sie wird nun von Schlangen zu hause besucht, die ihr tierisch Angst machen.
Ich habs nicht geglaubt. Aber manche Menschen glauben wirklich ( noch) daran und der einzige Ausweg bleibt : Beten!!!
Sogar meine Schwestern glauben, dass witchcraft existiert.
Aber selbst glauben sie nicht daran, deswegen kann ihnen nichts passieren.
Aber Menschen, die daran glauben, denen passiert wirklich was.
Dafür soll es genug Beweisgeschichten geben..
Auch der Gebrauch von Vodoopuppen ist keine Seltenheit.
Meine 30jährige Schwester, die vor 2 Wochen von Johannesburg hierher gezogen ist, meinte spaßhalber, dass jemand meine linke Wade mit Hilfe einer Vodoopuppe verhext hat.
Ich bin die Woche mit ca. 40 Mückenstichen an einem Bein aufgewacht. Ich schlafe unter einem Moskitonetz..wo kommen die bitte her?
Ich weiß es nicht, aber sicherlich nicht von schwarzer oder weißer Magie.
Die Horrorgeschichten von Geschäftsbesitzern, welche ihre Angestellten losschicken, um Passanten auf der Straße zu überfallen und Hände ab zu hacken, welche sie dann vor ihrem Laden in Hoffnung auf bessere Geschäfte vergraben, klingen zu abgedreht, um sie zu glauben.
Zack Themawechsel.
Das gesamte Wochenende habe ich quasi mit den Leuten vom Chor verbracht.
Samstag morgen mussten wir auf einer Hochzeit singen und mittags stand die übliche Probe an.
Sonntags ging es nach der Jugendmesse ab zu einem weiteren Picknick im Aquapark.
Da scheint wohl jede Art von Jugendgruppe hinzufahren.

1 Kommentar:

  1. na da bin ich ja regelrecht froh in indien gelandet zu sein, hier gibt es zumindest keine vodoopuppen...aber dafür moskitos! wie geht es dir in fernen Sambia?

    AntwortenLöschen